Für "Abd al-Wahhab" ist ist es nicht weniger als ein Beweis. Nicht nur die Militärs dieser Welt, auch die Designer, Entwickler und Graphiker der Computerspielindustrie hätten es nun endlich verstanden: "Al-Qaida ist eine Schule fürs Töten."
Seine These: Das überaus erfolgreiche Computerspiel " Grand Theft Auto IV" sei maßgeblich von der "Tötungstaktik" al-Qaidas inspiriert. Powered by Terrorists? "Abd al-Wahhab", dessen Posting vor einigen Wochen auf einem großen, von Cyber-Dschihadisten und Qaida-Sympathisanten frequentierten Internet-Diskussionforum erschien, kennt keinen Zweifel: "Das zeigt die Kraft und Wirksamkeit dieser Taktiken."
Das, was er für Belege hält, liefert er gleich mit: Fünf Links zu Youtube-Videos, die Sequenzen aus "GTA IV" zeigen, aus denen hervorgehen soll, dass die Programmierer bei Bin Laden und Co. abgeschaut haben:
Video #1: Ein Bus wird in die Luft gesprengt
Video #2: Ein Helikopter fliegt in ein Gebäude
Video #3: Ein Selbstmordattentäter tötet Polizisten
Video #4: Eine Autobombe wird gezündet
Video #5: Ein Selbstmordattentäter in einem Café
Weil ich "GTA IV" selbst nicht kenne, sondern höchstens mal "Civilization" spiele, habe ich unseren Gaming-Experten Christian Stöcker um eine Einschätzung gebeten. Der lacht erst einmal herzlich: "Zu behaupten, dass al-Qaida GTA IV beeinflusst hätte, ist so absurd wie zu behaupten, al-Qaida hätte die Gewalt erfunden."
Aber könnte es nicht doch sein, dass die Entwickler sich, angesichts des Dauerthemas Terrorismus ... unbewusst vielleicht ...? Nein?
"Nein", meint Christian. "Ein 'Selbstmordattentat' zum Beispiel kann man praktisch in jedem Computerspiel begehen, in dem es Granaten gibt - indem man nämlich einfach nicht wegläuft."
Außerdem widerspreche es der gesamten inneren Logik von GTA IV: "Das wahllose und ziellose Töten ist bei GTA IV möglich - aber nicht zielführend." Zwar ist die Figur, die man spielt, ein Killer. Aber "Nico" ist kein Terrorist und schon gar kein Selbstmordattentäter. Er soll ausgewählte Personen töten und will nicht geschnappt werden. Je mehr Unbeteiligte er killt, desto mehr Polizisten heften sich an seine Fersen.
Die Macher von GTA IV sind allerdings, auf eine ganz andere Art, durchaus vom Thema Terror inspiriert: Mit dem TV-Sender "Weazel News" (Motto: "Wetter, Sport und Krieg gegen den Terror") haben sie die allgegenwärtige Terrorhysterie in das Game integriert und zum Teil der Hintergrundstimmung gemacht.
"Weazel News" ist natürlich eine Karikatur des US-Senders "Fox News". Und hier schließen sich dann in gewisser Weise wieder die Kreise. Denn die Terror-Sympathisanten im Netz finden auch, dass al-Qaida immer und überall dahinter steckt - auch hinter einem Computerspiel.
PS: Nach Fertigstellung dieses Blog-Eintrags habe ich festgestellt, dass vor mir schon CBSnews auf die Geschichte gestoßen ist. Das will ich nicht verheimlichen.
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---Zitat--- Ist das so? Belege? Ich kenne in meinem Umfeld einige Menschen, die durch die Arbeit krank geworden sind(z.B. Burn Out, Mobbing)... ---Zitatende--- Belege für Unterlassene Hilfeleistung sind schwer zu liefern. [...] mehr...
Das ist doch nichts Neues; solche Manager habe ich schon vor 15 Jahren kennenlernen müssen. mehr...
Richtig, durch das Medium wird eine Wirkung erzielt (hier als Spannung bezeichnet), die als einzig relevant angesehen wird und den Inhalt der Botschaft in den Hintergrund drängt. mehr...
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Den von Spiegel-Online-Redakteur Yassin Musharbash mühsam konstruierten Zusammenhang zwischen zwischen Entwicklern von Computerspielen und al-Qaida halte ich für hanebüchenen Unsinn, wie im übrigen Vieles, was von diesem Herrn [...] mehr...
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