Carcassonne/Paris - Es war ein Tag der offenen Tür bei der Fallschirmjägereinheit RPIMA, und die Soldaten wollten eine Übung zur Befreiung fiktiver Geiseln demonstrieren. Das eigentlich harmlose Programm wurde zu einem blutigen Drama: Bei der Übung in einer Kaserne im südfranzösischen Carcassonne sind am Sonntag unter ungeklärten Umständen 16 Menschen verletzt worden, davon zwei lebensgefährlich.
Ein Soldat schoss bei der Vorführung eines militärischen "Sturms" zu einer Geiselbefreiung mit scharfer Munition statt mit Platzpatronen. Der Soldat, ein Fallschirmjäger, wurde vorerst festgenommen.
Wie der Präfekt des Départments Aude, Bernard Lemaire, am Abend im Sender France 3 sagte, waren unter den Verletzten 15 Zivilisten, darunter vier Kinder.
Die Armeeführung erklärte, es gebe elf Schwerverletzte. Unter den lebensgefährlich Verletzten war nach Angaben des Präfekten ein Kind. Insgesamt gab die Armeeführung die Zahl der lebensgefährlich Verletzten mit zwei an. Sie erklärte, der Vorfall sei unverständlich. Es stelle sich die Frage, ob der Schütze "ein Verbrechen" begangen habe, sagte Präfekt Lemaire. "Vorerst kann das niemand beantworten, aber die vorherrschende Vermutung geht von einem Irrtum aus." Nach Angaben von Oberst Benoît Royal von der Fallschirmjägerkommandozentrale GCP befanden sich unter den Verletzten vor allem Angehörige von Soldaten.
Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. Mehrere Beteiligte wurden vernommen und mehrere Waffen beschlagnahmt.
Präsident Nicolas Sarkozy forderte, aus dem Vorfall müssten exemplarisch Konsequenzen gezogen werden. Verteidigungsminister Hervé Morin müsse noch am Abend nach Carcassonne fliegen, sagte Sarkozy. Der Präsident wolle baldmöglichst die Ergebnisse der Untersuchungen zu dem Drama vorliegen haben, hieß es.
hen/AFP
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