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01.07.2008
 

Nahost-Konflikt

Israel schließt erneut Grenzübergänge zum Gaza-Streifen

Ab sofort ist für Transporter kein Durchkommen mehr an den Grenzübergängen zum Gaza-Streifen. Israel begründet die Maßnahme mit einem Raketenangriff. Doch die radikal-islamische Hamas bestreitet die Attacke.

Jerusalem - Die Grenzübergänge sind erneut geschlossen, bis auf weiteres dürfen nach Angaben eines israelischen Militärsprechers nur Fußgänger passieren. Alle Transporte müssen umkehren. Die Schließung gelte für alle Übergänge außer jenem in Eres, der für Hilfslieferungen geöffnet bleibe, sagte ein Sprecher des israelischen Verteidigungsministeriums. Zur Dauer der Maßnahme machte er keine Angaben. Als Begründung nannte der Sprecher einen Raketenangriff vom Montagabend.

Das israelische Militär hatte erklärt, auf dem Radar sei am Montagabend ein Raketenstart im Gaza-Streifen beobachtet worden. Das Geschoss sei in der Nähe der Farm Mefalsim eingeschlagen. Raketenfragmente seien aber bislang nicht gefunden worden, die Suche sei am Dienstagmorgen fortgesetzt worden.

Vertreter der Palästinenser wiesen die Darstellung allerdings zurück. Wäre tatsächlich eine Rakete abgefeuert worden, würde dies einen Verstoß gegen die Mitte Juni mit der Hamas vereinbarte Waffenruhe bedeuten.

Ein Sprecher der im Gaza-Streifen regierenden Hamas kritisierte die Grenzschließung als ungerechtfertigt. Dies sei nur ein weiterer Hinweis darauf, dass Israel die Bedingungen der Waffenruhe nicht erfüllen wolle, sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri. Die Schließung bedeutet nach Angaben der Behörden in Gaza, dass sich eine seit langem erwartete Zement-Lieferung weiter verzögert. Mit der Blockade des Gaza-Streifens will Israel erreichen, dass die militanten Palästinenser den Beschuss Israels mit Raketen einstellen.

Nach palästinensischen Angaben kam es inzwischen auch am Übergang Sufa zu neuer Gewalt: Dort hätten israelische Sicherheitskräfte eine Palästinenserin angeschossen und verletzt, berichteten Mediziner. Ein israelischer Armeesprecher erklärte jedoch, man wisse nichts über einen Vorfall in dem Gebiet.

ffr/AP/Reuters

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