Tel Aviv - Die sechs verdächtigen Palästinenser wollten nach Angaben der israelischen Polizei eine Zelle des Terrornetzwerks al-Qaida gründen. Einer der Festgenommenen habe einen Anschlag auf den Hubschrauber von US-Präsident George W. Bush während dessen Israel-Besuchs im Mai vorgeschlagen, berichtete der israelische Rundfunk. Der Sender berief sich auf freigegebenes Material des Geheimdienstes Shin Bet.
Bei den Festgenommenen im Alter von 21 bis 24 Jahren handelt es sich laut Geheimdienst um zwei Araber mit israelischem Pass, die beide an der Hebräischen Universität in Jerusalem studieren, sowie um Palästinenser, die im arabischen Ostteil Jerusalems wohnen.
Einer der beiden israelischen Araber, ein 24 Jahre alter Chemiestudent, habe in einem Studentenheim gewohnt, von dem aus man den Hubschrauberlandeplatz sehen konnte, den Bush bei seinem Israel-Besuch benutzte. Mit seinem Handy habe der Student den Landeplatz gefilmt.
Außerdem habe er eine Botschaft an ein Webforum gesendet, das mit al-Qaida verbunden sei, und Fragen im Zusammenhang mit einem Abschuss von Bushs Helikopter gestellt, hieß es. Auf Computern seien auch Anleitungen zum Bau von Bomben sichergestellt worden. Die Festnahmen erfolgten bereits während der vergangenen Wochen, wurden aber erst am Freitag bekannt.
Bereits vor einem Monat hatten israelische Sicherheitskräfte zwei israelische Araber festgenommen, weil sie verdächtigt wurden, al-Qaida strategisch zu helfen. Sie sollen ihnen Informationen über Armeestützpunkte und Flughäfen gegeben haben, ebenso wie über belebte Plätze, die als Angriffsziele dienen könnten. Es war das erste Mal, dass in Israel eigene Staatsangehörige beschuldigt werden, Kontakte zu al-Qaida zu haben.
als/dpa/AP
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