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Kabul/Berlin - Erst zu den eigenen Soldaten, dann zum afghanischen Präsidenten: Barack Obama ist zu Beginn seines Afghanistan-Besuchs zunächst zum US-Stützpunkt Bagram gereist. Bei Gesprächen mit Nato-Kommandeuren und US-Soldaten wollte sich der US-Präsidentschaftsbewerber und Senator aus Illinois nach eigenen Angaben für deren "heldenhafte" Arbeit bedanken.
Barack Obama in Afghanistan: Mehr außenpolitisches Profil als Reiseziel
Der Osten Afghanistans ist gefährliches Terrain: Vergangenen Sonntag waren bei einem Angriff der radikal-islamischen Taliban auf einen US-Außenposten neun amerikanische Soldaten getötet worden. Die Verluste gehörten zu den schwersten der Amerikaner in Afghanistan seit dem Sturz der Taliban Ende 2001. Die Internationale Schutztruppe Isaf gab den Stützpunkt in der Provinz Kunar kurz nach dem Angriff der Aufständischen auf.
Obama fordert ein stärkeres US-Engagement in Afghanistan: Der Regierung von Präsident George W. Bush hat er vorgeworfen, sie lasse dem Einsatz in Afghanistan im Vergleich zu jenem im Irak nicht ausreichend Aufmerksamkeit zukommen. Im Falle seines Wahlsiegs im November plant er daher, 7000 weitere Soldaten in die Region zu schicken.
Der Besuch in Afghanistan ist der Auftakt von Obamas mehrtägigem Nahost- und Europabesuch, zuvor hatte er kurz Zwischenstation bei US-Truppen in Kuwait gemacht. In den nächsten Tagen wird Obama auch in Israel und in Jordanien erwartet. Am Donnerstag trifft er in Berlin ein. Auch London und Paris stehen auf dem Programm seiner Reise, über einen Besuch im Irak wird weiter spekuliert.
Rede an der Siegessäule
Obama soll der Nachrichtenagentur dpa zufolge am Donnerstag um 19 Uhr vor der Siegessäule in Berlin reden. Für seinen öffentlichen Auftritt soll laut einem Bericht der "Berliner Zeitung" eine Art Fanmeile aufgebaut werden, damit so viele Menschen wie möglich die Rede verfolgen können. Deshalb werden dem Bericht zufolge auf der Straße des 17. Juni zwischen Siegessäule und Brandenburger Tor Großleinwände wie zuletzt zur Fußball-EM aufgebaut. Vorgesehen sei, dass Obama etwa eine Stunde lang spricht.
Der außenpolitische Berater des designierten republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain kritisierte den geplanten Berlin-Besuch Obamas heftig. "Obama hält seine transatlantische Grundsatzrede in Berlin, bevor er überhaupt mit britischen und französischen Politikern gesprochen hat. Vielleicht sogar, bevor er deutsche Politiker trifft", sagte McCain-Berater Randy Scheunemann in einem SPIEGEL-Interview. "Es ist klar, dass er deren Gedanken nicht berücksichtigen will. Es ist eine Wahlkampf-Show."
Unterstützung erhielt Obama aus dem Irak: Ministerpräsident Nuri al-Maliki begrüßte den anvisierten Zeitplan des 46-Jährigen für einen Truppenabzug. "Der US-Präsidentschaftsbewerber Barack Obama spricht von 16 Monaten. Das, finden wir, wäre der richtige Zeitraum für den Abzug, geringe Abweichungen vorbehalten", sagte Maliki in einem SPIEGEL-Interview.
hen/dpa/Reuters
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