Ankara - Die in der Türkei verschleppten deutschen Bergsteiger sind in Sicherheit. Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) bestätigte "mit großer Erleichterung", dass die drei Bergsteiger aus Bayern von der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) freigelassen wurden.
Sie befänden sich nun in der Obhut der Behörden. "Es geht ihnen den Umständen entsprechend gut."
Zuvor hatte das türkische Außenministerium in Ankara die Freilassung der Männer aus Bayern bekanntgegeben. Details würden im Laufe des Tages mitgeteilt.
Der bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) äußerte seine Erleichterung über den Ausgang der Geiselnahme. Er sei froh, dass sie unblutig beendet werden konnte und die Freigelassenen gesund und wohl behalten zu ihren Familien zurückkehren könnten.
Die Schwester einer der Geiseln, Elfriede H., sagte der Nachrichtenagentur AP als erste Reaktion auf die Nachricht von der Befreiung: "Sie sind ein Schatz. Das ist ja sowas von befreiend. Ich bin jetzt ganz glücklich. Wir sind ja wirklich ganz korrekte Leute."
Die drei Bergsteiger im Alter von 65, 47 und 33 Jahren waren am 8. Juli am Berg Ararat in der Osttürkei auf einer Höhe von 3200 Metern von einem Rebellentrupp der verbotenen Arbeiterpartei PKK entführt worden.
Seitdem liefen die Bemühungen um ihre Freilassung in der Türkei und beim Auswärtigen Amt in Berlin auf Hochtouren. Die türkische Armee hatte das Gebiet weiträumig abgeriegelt.
Die Führung der Kurdenkämpfer erklärte nach der Verschleppung der Deutschen, das Kidnapping sei "in eigener Initiative" von lokalen Rebellen begangen worden. Als Bedingungen für eine Freilassung der Deutschen verlangte die PKK eine Einstellung der türkischen Militäraktionen am Ararat sowie eine Erklärung der Bundesregierung, dass Deutschland seine harte Haltung gegenüber der kurdischen Untergrundorganisation beenden werde.
Bundeskanzlerin Angela Merkel und der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hatten zuletzt eine enge Zusammenarbeit zur Lösung der Geiselnahme vereinbart.
Die PKK ist in den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Insbesondere kritisierte sie das Verbot des PKK-nahen Fernsehsenders Roj-TV durch Berlin.
pad/Reuters/AFP/AP
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Politik | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Ausland | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH