Sechs von zehn Iren würden heute gegen den EU-Reformvertrag stimmen. Rund siebzig Prozent wollen außerdem grundsätzlich nicht noch einmal über ihn abstimmen, so das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts "Red C", im Auftrag der europakritischen Lobby-Organisation "Open Europe" unter 1000 erwachsenen Iren.
Am 12. Juni hatten 53,4 Prozent der Iren in einer Volksabstimmung gegen den EU-Vertrag von Lissabon gestimmt, die Ablehnung des Vertrags ist demnach in Irland in den vergangenen Wochen weiter gewachsen.
Auch die Hälfte der Menschen, die beim ersten Mal ihre Stimme nicht abgegeben hatten, würde jetzt gegen den Vertrag stimmen.
Die Reform der Europäischen Union ist weiter ungewiss. Der französische Präsident und amtierende EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy hatte bei seinem Besuch in Irland vergangene Woche eine zweite Abstimmung vorgeschlagen.
Der irische Ministerpräsident Brian Cowen hatte seine europäischen Partner allerdings um Geduld bei der Suche nach einer Lösung gebeten. Der Lissabon-Vertrag kann erst in Kraft treten, wenn ihn alle 27 Mitgliedstaaten ratifiziert haben. Irland ist das einzige Land, in dem das Volk über das Vorhaben abstimmt.
maf/AFP, rtr
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