Es ist nicht das erste Mal, dass über den Tod eines Qaida-Führers spekuliert wird. Diesmal geht es um die Nummer zwei nach Osama Bin Laden: Aiman al-Sawahiri. Der 57-Jährige erleide schwere Schmerzen, seine Wunden seien entzündet, berichtete der US-Fernsehsender CBS. CBS beruft sich auf einen Brief, in dem um einen Arzt gebeten werde, der Sawahiri behandeln soll. Dem Sender sei eine Kopie des Schreibens von Informanten aus Pakistan zugespielt worden.
Ein ranghoher US-Geheimdienstmitarbeiter äußerte allerdings Zweifel an dem CBS-Bericht. Es gebe keine Beweise dafür, dass Sawahiri schwer verwundert oder tot sei, sagte er CNN. Auch zwei Pentagon-Mitarbeiter erklärten auf Anfrage des US-Nachrichtenkanals, ihnen lägen keine glaubwürdigen Berichte über den Tod der Nummer zwei der Qaida vor.
Selbst von pakistanischer Seite wird der Bericht über die schwere Verwundung Sawahiris in Frage gestellt. Man könne ihn weder dementieren noch bestätigen, sagte Husain Haqqani, der pakistanische Botschafter in den USA. "Wir haben keine Informationen dazu", erklärte der Sprecher der pakistanischen Armee, General Athar Abbas.
Und auch auf einschlägigen, der Qaida nahestehenden Web-Seiten finden sich derzeit keine Informationen über die angebliche schwere Verwundung der Nummer zwei Sawahiri.
Vor wenigen Tagen waren bei einem Raketenangriff im Nordwesten Pakistans sechs Menschen getötet worden - darunter vermutlich der Qaida-Waffenexperte Midhat Mursi al-Sajid Omar alias Abu Khabab. Es gibt keine Erkenntnisse darüber, ob Sawahiri sich zum Zeitpunkt des Drohnenangriffs in dem beschossenen Dorf aufhielt.
Immer wieder wird nach Raketenangriffen der Tod von gesuchten Terroristenführern gemeldet - doch nicht immer stimmt die Nachricht. So war der angeblich vor wenigen Tagen umgekommene Qaida-Waffenexperte Abu Khabab bereits Anfang 2006 für tot erklärt worden. Ein DNA-Test ergab später, dass sich Abu Khabab jedoch nicht unter den Opfern des Angriffs von Anfang 2006 befand.
hda
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