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02.08.2008
 

Geheimeinsatz

KSK findet Waffenlager in Afghanistan

Geheimaktion am Hindukusch: Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) haben Mitte Juli ein riesiges Waffenlager ausgehoben. An der Aktion waren nach Informationen des SPIEGEL auch afghanische Polizisten beteiligt.

In dem versteckten Depot lagerten nach SPIEGEL-Informationen 1100 Mörsergranaten, Treibladungen und Zündmittel. Der Fundort liegt in der Provinz Jowzjan, rund 120 Kilometer westlich von Masar-i-Scharif. Am Flugplatz dieser Stadt unterhält die Bundeswehr ihren größten Stützpunkt im Land; rund 2300 der derzeit 3700 in Afghanistan eingesetzten deutschen Soldaten der Isaf-Stabilisierungstruppe sind dort stationiert, ebenso die Tornado-Aufklärungsjets der Luftwaffe.

KSK-Soldaten (bei Übung auf Insel Usedom): 400 Granaten gesprengt
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DDP

KSK-Soldaten (bei Übung auf Insel Usedom): 400 Granaten gesprengt

Der KSK-Einsatz diente nach Informationen des SPIEGEL zur Unterstützung der afghanischen Polizei. Man wolle deren "Durchsetzungsfähigkeit in der Region" untermauern, erklärten Bundeswehroffiziere. 400 Granaten wurden noch an Ort und Stelle gesprengt, der Rest der Munition von der afghanischen Polizei in Verwahrung genommen.

In diesem Jahr hat die Bundeswehr in ihrem nordafghanischen Einsatzraum, der fast halb so groß ist wie die Bundesrepublik, bereits einige kleinere Waffendepots von "Aufständischen" entdeckt, wie die Taliban, Kriegsfürsten und kriminelle Gruppen neuerdings pauschal genannt werden.

Über den Erfolg dürfte man sich beim KSK freuen. Erst im Mai hatte Elitetruppe hat gepatzt: Die Bundeswehreinheit war nach SPIEGEL-Informationen beim Versuch gescheitert, einen mutmaßlichen Terroristenführer im Norden Afghanistans gefangen zu nehmen. Der Taliban-Kommandeur gilt als brutaler Extremist mit besten Verbindungen in pakistanische Terrorkreise.

Wochenlang hatten KSK-Leute den Paschtunen observiert. Ende März entschlossen sie sich gemeinsam mit dem afghanischen Geheimdienst und der Armee zum Zugriff in der Region Baghlan, doch der Taliban-Führer entkam.

Kämpfen Briten auf Seiten der Taliban?

Bei einem Anschlag auf eine Hochzeitsgesellschaft in der südlich gelegenen Provinz Kandahar wurden am heutigen Samstag die Braut, der Bräutigam und acht weitere Menschen getötet, darunter auch Kinder. Sechs Menschen wurden verletzt, als eine Bombe den Bus mit den Feiernden zerstörte, wie die Polizei mitteilte.

Im Westen des Landes in Zaranj riss am gestrigen Freitag ein Selbstmordattentäter drei Menschen, darunter ein Kind, mit in den Tod, als er laut Polizei einen Sprengstoffgürtel zündete. Fünf andere wurden verletzt. Ein Taliban-Sprecher sagte, der Anschlag in Zaranj habe sich gegen einen örtlichen Geheimdienstchef gerichtet. Auch Sicherheitsleute seien dabei getötet worden. Die Sicherheitsbehörden wiesen diese Darstellung zurück.

Das britische Militär hat offenbar Beweise, dass in Afghanistan auch Briten an der Seite von islamischen Extremisten gegen ihre Landsleute kämpfen. Im Gegenzug erhielten sie in Afghanistan und in Pakistan Unterstützung bei der Vorbereitung von Terroranschlägen in Großbritannien, sagte der frühere Oberkommandierende der britischen Streitkräfte, Ed Butler, der Zeitung "Daily Telegraph".

Das Militär verfüge über Beweise dafür, dass britische Muslime die Taliban-Extremisten und auch die Terrororganisation al-Qaida im Süden Afghanistans aktiv bei Angriffen auf Koalitionstruppen unterstützen, sagte Butler. "In Orten wie Kandahar stößt man auf Leute, die britische Pässe haben und im Vereinigten Königreich wohnen."

hda/dpa

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