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04.08.2008
 

Karibik-Träume

Putin will Bündnis mit Kuba wiederbeleben

Wladimir Putin schaltet sich in die Debatte um eine stärkere Präsenz Russlands auf Kuba ein. Der Regierungschef forderte, sein Land müsse die Stellungen auf der Karibikinsel wieder einrichten. Von Kuba selbst gehen allerdings zögerliche Signale aus.

Moskau - Nun auch noch Putin: Nach russischen Militärexperten und Diplomaten hat sich jetzt auch der russische Regierungschef für eine stärkere Präsenz Russlands auf Kuba ausgesprochen. Russland müsse seine Position auf der Insel vor der US-Küste "sowie in anderen Ländern" wiederherstellen, sagte Putin am Montag nach Angaben der Agentur Interfax. Es sei Zeit, alte Verbindungen wieder zu reaktivieren.

Russischer Regierungschef Putin: Neuer Flirt mit Kuba
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AFP

Russischer Regierungschef Putin: Neuer Flirt mit Kuba

Leonid Iwaschow, Präsident der Moskauer Akademie für geopolitische Forschungen, forderte offen die Verlegung von Truppen nach Kuba. "Der Westen hat mittlerweile eine Pufferzone um Russland aufgebaut", kritisierte Iwaschow. Eine Stationierung auf Kuba sei die richtige Antwort auf diesen "wachsenden militärischen und politischen Druck".

In Russland waren am Montag zunächst keine offiziellen Reaktionen aus Havanna bekannt. Allerdings berichtete die Zeitung "Nowyje Iswestija", dass Kuba derzeit wenig Interesse an einer verstärkten Militärpräsenz Moskaus auf der Insel habe. Die Führung des Landes nehme Russland übel, dass das Land 2001 eigenmächtig die Schließung einer russischen Radarstation auf Kuba beschlossen habe, sagte ein hoher kubanischer Diplomat der Zeitung zufolge.

Dementi aus dem Verteidigungsministerium

Erst am Wochenende hatte der Vizechef des Auswärtigen Ausschusses der Staatsduma, Andrej Klimow, eine Verstärkung der militärischen Präsenz Russlands auf Kuba nicht ausgeschlossen. Das Verteidigungsministerium in Moskau hatte im Juli Medienberichte dementiert, dass Russland die Verlegung von Langstreckenbombern nach Kuba plane. Eine solche Maßnahme würde nach Einschätzung von Experten zu einem internationalen Konflikt führen.

Die USA hatten Moskau vor solchen Überlegungen gewarnt. Ein Sprecher des US-Militärs sagte, ein solcher Schritt gehe zu weit.

Kuba liegt gut 140 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Florida. Offizielle diplomatische Beziehungen gibt es allerdings bis heute nicht. 1962 hatte der letztlich gestoppte Bau sowjetischer Raketenbasen auf Kuba fast zu einem Weltkrieg geführt. Die damalige Kraftprobe zwischen Washington und Moskau ging als Kuba-Krise in die Geschichte ein.

ffr/dpa/Reuters

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