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Kaukasus-Konflikt OSZE-Beobachter machen Georgien schwere Vorwürfe

2. Teil: Georgien will Visa-Bestimmungen für Russen verschärfen

Die georgische Regierung kündigte eine drastische Verschärfung der Visa-Bestimmungen für Russen an. Wie das georgische Außenministerium auf seiner Website mitteilte, werden russische Staatsbürger künftig nur noch Visa in georgischen "diplomatischen Vertretungen und Konsulaten im Ausland" erhalten können. Bislang konnten sie an Flughäfen und an der Grenze ein Visum erhalten. Zudem könne die Einreise nur noch für den Besuch von Angehörigen in Georgien oder humanitäre oder geschäftliche Gründe beantragt werden. Visa würden in Zukunft nur noch erteilt, wenn eine Einladung an den Antragsteller im Original vorliege, hieß es weiter.

Die neue Regelung bedeute, dass Georgien Russen dieselben Bedingungen für die Einreise auferlege wie dies umgekehrt bereits der Fall sei, sagte eine Vertreterin des Außenministeriums in Tiflis. "Das heißt, dass es keine Touristen-Visa für Russen mehr geben wird." Die neuen Bestimmungen sollen am 8. September in Kraft treten. Die russische Seite wurde den Angaben zufolge bereits informiert.

Am Freitag hatte Tiflis die diplomatischen Beziehungen mit Moskau abgebrochen. Die russischen Diplomaten müssten das Land umgehend verlassen, sagte der georgische Vizeaußenminister Grigol Wachadse.

Belgische Abgeordnete für Friedenstruppe im Kaukasus

Eine Delegation belgischer Abgeordneter empfahl nach ihrer Rückkehr aus Georgien die Entsendung einer internationalen Friedenstruppe in den Kaukasus. "Die russische Armee ist dabei, sich dauerhaft in einer 15 bis 25 Kilometer breiten Pufferzone einzurichten", sagte die Senatorin Anne-Marie Lizin bei der Ankunft auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem. Diese Pufferzone entspreche nicht der Vereinbarung, die der französische Präsident und EU-Ratsvorsitzende Nicolas Sarkozy mit seinem russischen Kollegen Dmitrij Medwedew ausgehandelt habe.

"Der EU-Gipfel am Montag sollte einen internationalen Einsatz diskutieren", sagte die sozialistische Senatorin. Die Gruppe, der auch Abgeordnete anderer Parteien angehörten, hat nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga sowohl Belgiens Regierung als auch Frankreichs Außenminister Bernard Kouchner über die Ergebnisse ihrer Reise informiert. Die französische EU-Ratspräsidentschaft setzt auf wachsende Zustimmung der EU-Staaten zur Entsendung europäischer Beobachter in die Krisenregion, um die russischen Truppen zum weiteren Rückzug aus dem Gebiet zu bewegen.

Die konservative Senatorin Sabine de Béthune rief die belgischen und europäischen Regierenden auf, sich stärker humanitär zu engagieren und für die Entsendung einer internationalen "Friedenstruppe" in die Region zu werben. Zudem sollte die EU eine Annäherung Georgiens an die Gemeinschaft vorantreiben und eine wirtschaftliche Dynamik fördern, die zur Stabilität in der Region beitragen könne. "Die Lage hat sich nicht normalisiert", sagte de Béthune nach der Rückkehr aus Georgien.

asc/AP/AFP/dpa/ddp/Reuters

Konflikt im Kaukasus - Georgien, Südossetien, Abchasien
DER SPIEGEL
Südossetien hat sich in einem Krieg Ende 1990 bis Anfang 1992 von Georgien gelöst und ist seither de facto unabhängig. Nach Abschluss einer Waffenstillstandsvereinbarung 1992 wurde eine gemischte Friedenstruppe mit russischer Beteiligung stationiert. Ebenso wie das abtrünnige Abchasien gehört die Bergregion völkerrechtlich weiter zu Georgien, wird jedoch wirtschaftlich von Russland unterstützt. Die meisten Menschen, die dort leben, haben einen russischen Pass.

Zweimal - 1992 und 2006 - stimmten die südossetischen Einwohner für die Unabhängigkeit von Georgien. International wurden die Referenden jedoch nicht anerkannt. Georgiens Präsident Micheil Saakaschwili will die abtrünnigen Regionen wieder unter Kontrolle der Zentralregierung in Tiflis bringen. Bislang haben lediglich Russland und Nicaragua die Unabhängigkeit der beiden Provinzen anerkannt, stoßen damit aber international auf scharfe Kritik.

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