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06.09.2008
 

Protest gegen US-Angriff

Pakistan blockiert Sprit für Afghanistan-Truppe

Strafe für die blutige Mini-Invasion: Aus Protest gegen eine Anti-Terror-Operation der USA auf seinem Staatsgebiet hat Pakistan einen wichtigen Versorgungsweg der internationalen Afghanistan-Streitkräfte geschlossen. Öllieferungen für die Nato-Truppen werden an der Grenze gestoppt.

Peschawar - Mit einer Benzinblockade wehrt sich Pakistan gegen US-Militäroperationen auf seinem Staatsgebiet an der Grenze zu Afghanistan: Aus Protest gegen den jüngsten Bodenangriff hat die Regierung in Islamabad eine der Hauptversorgungsrouten für die Nato-Truppen in Afghanistan dichtgemacht. Verteidigungsminister Chaudhry Ahmed Muktar sagte am Samstag im Fernsehen, die Regierung mache damit deutlich, wie ernst sie den Vorfall nehme.

Tanklastwagen an der pakistanisch-afghanischen Grenze in Chaman: Hier können die Lkw weiter passieren
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DPA

Tanklastwagen an der pakistanisch-afghanischen Grenze in Chaman: Hier können die Lkw weiter passieren

Die Grenztruppen seien angewiesen worden, die Öllieferungen an die Nato-Truppen am Grenzübergang Torkham nahe Peschawar aufzuhalten, sagte ein hochrangiger Behördenvertreter vor Ort. An dem zweiten wichtigen Grenzübergang für die Truppenversorgung, Chaman, konnten die Lieferungen dagegen ungehindert passieren. Von dort werden vor allem die internationalen Truppen im umkämpften Süden Afghanistans versorgt.

Bei dem Angriff waren vor wenigen Tagen 20 Menschen getötet worden, darunter auch Frauen und Kinder. Pakistanische Augenzeugen hatten berichtet, dass US-Soldaten die Mini-Invasion in dem Dorf Angor Adda in der pakistanischen Provinz Südwaziristan angeführt hätten. Auch afghanische Truppen sollen beteiligt gewesen sein.

Die pakistanische Regierung hatte empört auf die Operation auf eigenem Hoheitsgebiet reagiert. Auch Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung hatte die USA bei einem Besuch in Pakistan ungewöhnlich offen kritisiert und einen Stopp solcher Angriffe verlangt.

Mit dem offiziell von den USA nicht eingeräumten Bodenangriff hatte das US-Vorgehen eine neue Qualität erreicht. Zuvor war allerdings bereits mehrfach von Luftangriffen durch ferngesteuerte US-Drohnen berichtet worden. Pakistanische Regierungsvertreter haben gewarnt, die Angriffe brächten die Bevölkerung gegen den Anti-Terror-Kampf auf und seien kontraproduktiv.

Ein anderer pakistanischer Behördenvertreter hatte zuvor gesagt, die Grenze bei Torkham sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden. Die Regierung müsse erst Truppen zusammenziehen, um die Autobahn zu schützen. Erst dann könnten die Transporte wieder rollen.

Die Region Waziristan im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan gilt als Hauptrückzugsraum der radikal-islamischen Taliban, al-Qaidas und anderer militanter Netzwerke. Es ist naheliegend, dass die US-Operation mit der Jagd auf Terroristen in Zusammenhang stand.

Pakistan ist ein Verbündeter der USA im "Krieg gegen den Terror", tut aber nach Ansicht Washingtons nicht genug, um die Militanten auszuschalten. Immer wieder wird deswegen in den USA diskutiert, ob die US-Armee nicht einfach auf eigene Faust in Pakistan aktiv werden sollte, wenn sie über ein bestimmtes Ziel Informationen erhält.

phw/Reuters

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