Washington - Laut einer am Sonntagabend veröffentlichten Erhebung des Instituts Gallup käme John McCain derzeit auf 48 Prozent der Stimmen, während Barack Obama nur 45 Prozent erreichen würde. In der vergangenen Woche hatte Obama noch einen Acht-Prozent-Vorsprung auf den Republikaner gehabt.
McCain profitierte zuletzt offensichtlich vom Nominierungsparteitag der Republikaner und den überwiegend positiven Reaktionen auf seine Vizepräsidenten-Kandidatin Sarah Palin.
Auf dem Parteitag der Republikaner hatte sich McCain in der vergangenen Woche als Garant für einen Politikwechsel in Washington dargestellt und sich damit ein zentrales Wahlversprechen seines Gegners Obama zu eigen gemacht. Der scheidende und weitgehend unpopuläre Präsident George W. Bush ist wie McCain ein Republikaner.
Beobachter gehen jedoch davon aus, dass es sich bei den Stimmengewinnen in der Umfrage eher um einen kurzfristigen Effekt handelt. Die Erhebung des Gallup-Instituts hat eine Irrtumswahrscheinlichkeit von zwei Prozent.
Weniger als zwei Monate vor der US-Präsidentenwahl am 4. November ist das Rennen ums Weiße Haus damit völlig offen.
Palin mit erstem TV-Interview als Vize-Kandidatin
Sarah Palin will Ende der Woche ihr erstes Interview als republikanische Vizepräsidentschafts-Kandidatin geben. Palin werde mit dem Moderator Charlie Gibson vom US-Fernsehsender ABC sprechen, sagte ein hochrangiger Wahlkampfhelfer McCains. Das mehrteilige Interview soll demnach voraussichtlich am Donnerstag und Freitag aufgezeichnet werden. Zuvor hatte McCains Wahlkampfteam Palin gegen Vorwürfe verteidigt, sie wolle sich nicht den Medien stellen. Die 44-jährige Gouverneurin von Alaska habe keine "Angst vor Fragen", sagte Wahlkampfmanager Rick Davis dem US-Sender Fox News.
Palin war am Sonntag als einzige der vier Bewerber für das Amt des Präsidenten und seines Stellvertreters nicht in den morgendlichen Polit-Talkshows der großen US-Sender aufgetreten. Seit ihrer Nominierung in der Nacht zum Donnerstag hat sie noch kein einziges Interview gegeben. Ihre Gegner und auch viele Kommentatoren halten sie für zu unerfahren für den Posten des stellvertretenden Präsidenten.
asc/AP/AFP/dpa
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