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09.09.2008
 

Pakistan

Präsident Zardari vereidigt

Nun ist er im Amt - aber die Vorbehalte gegenüber Pakistans neuem Präsidenten Zardari bleiben. An der Vereidigung des unter Korruptionsverdacht stehenden Politikers nahm auch Afghanistans Präsident Karsai teil.

Hamburg/Islamabad - Drei Wochen nach dem Rücktritt des Ex-Militärmachthabers Pervez Musharraf hat Pakistan einen demokratisch gewählten Präsidenten. Der Witwer der ermordeten Oppositionsführerin Benazir Bhutto, Asif Ali Zardari, leistete am Dienstag in Islamabad seinen Amtseid. Er schwor, der südasiatischen Atommacht "ehrlich, nach seinen besten Fähigkeiten und treu" zu dienen. Musharraf war unter dem Druck der von Zardaris Volkspartei PPP geführten Regierung zurückgetreten.

Zardari bei der Vereidigung: Umstrittener Präsident
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REUTERS

Zardari bei der Vereidigung: Umstrittener Präsident

Zardari war am Samstag von der Wahlversammlung aus den vier Provinzparlamenten und dem Parlament in Islamabad zum Präsidenten gewählt worden. PPP-Anhänger riefen nach der Vereidigung "Lang lebe Bhutto" und "BB (Benazir Bhutto) lebt".

Zardari wurde vom obersten Richter des Landes, Abdul Hameed Dogar, vereidigt. An der Zeremonie nahm auch der afghanische Präsident Hamid Karsai teil, der zuvor mit dem pakistanischen Premierminister Yousaf Raza Gilani zusammengekommen war.

Die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan sind angespannt. Die Regierung in Kabul wirft dem pakistanischen Geheimdienst ISI vor, die Taliban zu unterstützen, um Afghanistan zu destabilisieren. Radikalislamische Aufständische verüben auch in Pakistan zunehmend Anschläge. Anhänger der Taliban und des Terrornetzes al-Qaida nutzen die pakistanischen Stammesgebiete an der Grenze zu Afghanistan als Rückzugsraum. Von dort aus greifen sie Ziele in beiden Ländern an.

Zardari ist seit dem Mord an seiner Frau Ende vergangenen Jahres, für den die damalige Musharraf-Regierung muslimische Extremisten verantwortlich machte, amtierender Vorsitzender der Volkspartei. Der 52-Jährige gilt als umstritten. Anschuldigungen gegen ihn reichen von Korruption und Geldwäsche bis hin zu Erpressung und Mord. Musharraf hatte sich 1999 unblutig an die Macht geputscht.

flo/dpa

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