Hamburg - CNN präsentiert seine eigenen Umfragen, die "Washington Post" und der TV-Sender ABC befragen regelmäßig die Wähler - und die großen Demoskopieinstitute wie Gallup sowieso. In kaum einem Land gibt es so viele rivalisierende Prognosen für den Ausgang eines Wahlkampfes wie in den Vereinigten Staaten.
Behalten Sie den Überblick: SPIEGEL ONLINE wertet seit dieser Woche täglich alle Umfragen zur US-Präsidentschaftswahl aus. Welche Chancen haben John McCain und Barack Obama laut Zogby, Fox oder "New York Times"? Sie finden die neuen nationalen Umfragen in der interaktiven Wahlkampfkarte der USA - jeden Morgen wird sie auf den neuesten Stand der Prognosen gebracht. Alternativ dazu lassen sich sämtliche nationalen Umfragen auch in einem ständig aktualisierten Diagramm verfolgen.
Für den Ausgang der US-Wahl sind aber nicht die nationalen Ergebnisse ausschlaggebend - das wissen wir spätestens, seit Al Gore Ende 2000 trotz eines landesweiten Vorsprungs gegen George W. Bush verlor. Entscheidend ist vielmehr, wer die meisten Wahlleute-Stimmen aus den einzelnen Bundesstaaten holt. Hier gilt: "The winner takes all". Wer das Gros der Stimmen etwa in Florida gewinnt, bekommt sämtliche 25 Wahlmänner aus dem "Sunshine State" zugeschlagen - und das sogar dann, wenn der Vorsprung nur ein paar Stimmen beträgt.
SPIEGEL ONLINE wertet deswegen auch aus, wie das Rennen in allen 50 Bundesstaaten läuft. Schon der schnelle Blick auf die Karte zeigt, welche Staaten fest ins Lager von Obama oder McCain gehören und welche Wackelkandidaten sind. Wer es genauer wissen will, klickt einfach auf einen der Bundesstaaten und bekommt die aktuellen regionalen Umfragen präsentiert, ob nun für Delaware, Alaska oder Hawaii. Wer liegt in den wichtigen Swing-Staaten vorn, in Ohio oder in Wisconsin?
Machen Sie Obama zum Präsidenten - im Simulator
Mehr noch: Ein Klick aufs interaktive Ergebnisarchiv zeigt auf einen Blick, wie alle US-Präsidentschaftswahlen seit 1980 gelaufen sind. Wo triumphierte Ronald Reagan 1984, welche Staaten konnte Bill Clinton 1992 erobern? Der historische Vergleich zeigt, wie schwer es für einen Republikaner ist, sich bei Präsidentschaftswahlen in Minnesota durchzusetzen - und wie unwahrscheinlich ein Demokraten-Triumph in Texas ist.
Noch eine weitere Funktion bietet das interaktive Tool: den Wahlsimulator. Hier können Sie testen, welche Swing States Obama erobern muss, um die Mehrheit der Wahlleute zu gewinnen. Per Mausklick können Sie Staaten vom Obama-Lager ins McCain-Camp verschieben oder umgekehrt und so sehen, welche Staaten die Kandidaten auf jeden Fall gewinnen müssen.
Die Schlussphase im Wahlkampf beginnt - wenn McCain nicht absagt, stehen sich an diesem Freitagabend die beiden Rivalen in ihrer ersten TV-Debatte gegenüber. Obama war in den vergangenen Wochen in den Umfragen etwas abgesackt, die Finanzkrise bescherte dem Demokraten neuen Aufwind. Ob die Fernsehdiskussion Obama oder seinem Rivalen McCain hilft - ab Samstag sehen Sie es in der SPIEGEL-ONLINE-Wahlkampfkarte.
als/itz
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