Dongus-Testgelände - Russland sieht sich nach dem Georgien-Konflikt zum Aufbau eines neuen Systems zur atomaren Abschreckung gezwungen. Die Auseinandersetzung mit dem Nachbarstaat habe gezeigt, dass es jederzeit zum Krieg kommen könne, sagte Präsident Dmitrij Medwedew am Freitag am Rande eines Manövers vor hochrangigen Militärs. Die Gefahr eines Krieges sei "absolut real", da sich auch kleinere, lokal begrenzte Auseinandersetzungen zu einem "militärischen Feuersturm" ausweiten könnten. Der Kaukasus-Konflikt hat die Beziehungen Russlands mit dem Westen stark belastet.
Nach Angaben Medwedews soll das System Luftabwehrmaßnahmen sowie im Weltraum stationierte Elemente enthalten. Auch der Bau neuer Kriegsschiffe werde vorangetrieben. Im Mittelpunkt der Marine-Rüstung soll der Bau neuer Atom-U-Boote stehen. Die neuen Modelle soll demnach flexibler einsetzbar sein und Marschflugkörper abfeuern können. Medwedew forderte seine Kommandeure auf, ihm bis Dezember entsprechende Pläne vorzulegen. Das System soll bis 2020 einsatzbereit sein.
Das russische Militär litt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion lange unter knappen Geldmitteln. Viele Schiffe waren wegen Treibstoffmangels und fehlender Ersatzteile zu langen Liegezeiten im Hafen gezwungen. Aus denselben Gründen konnten auch Flugzeuge der Luftwaffe häufig nicht abheben.
Mit Hilfe der satten Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft hat das Land in den vergangenen Jahren seine Rüstungsbestrebungen vorangetrieben. Vor zehn Tagen hatte die Regierung in Moskau angekündigt, ihre Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr um mehr als ein Viertel auf umgerechnet rund 66 Milliarden Euro zu steigern.
phw/Reuters
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