• Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.09.2008
 

Aufrüstung

Russland will neues System der atomaren Abschreckung

Dmitrij Medwedew beschwört eine "reale" Kriegsgefahr und rechtfertig so umfassende Aufrüstungsprojekte: Bis zum Jahr 2020 will Russlands Präsident ein neues System zur atomaren Abschreckung fertig stellen.

Dongus-Testgelände - Russland sieht sich nach dem Georgien-Konflikt zum Aufbau eines neuen Systems zur atomaren Abschreckung gezwungen. Die Auseinandersetzung mit dem Nachbarstaat habe gezeigt, dass es jederzeit zum Krieg kommen könne, sagte Präsident Dmitrij Medwedew am Freitag am Rande eines Manövers vor hochrangigen Militärs. Die Gefahr eines Krieges sei "absolut real", da sich auch kleinere, lokal begrenzte Auseinandersetzungen zu einem "militärischen Feuersturm" ausweiten könnten. Der Kaukasus-Konflikt hat die Beziehungen Russlands mit dem Westen stark belastet.

Aufgetaucht: Präsident Medwedew bei der Inspektion eines Atom-U-Bootes
Zur Großansicht
AP

Aufgetaucht: Präsident Medwedew bei der Inspektion eines Atom-U-Bootes

Nach Angaben Medwedews soll das System Luftabwehrmaßnahmen sowie im Weltraum stationierte Elemente enthalten. Auch der Bau neuer Kriegsschiffe werde vorangetrieben. Im Mittelpunkt der Marine-Rüstung soll der Bau neuer Atom-U-Boote stehen. Die neuen Modelle soll demnach flexibler einsetzbar sein und Marschflugkörper abfeuern können. Medwedew forderte seine Kommandeure auf, ihm bis Dezember entsprechende Pläne vorzulegen. Das System soll bis 2020 einsatzbereit sein.

Das russische Militär litt nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion lange unter knappen Geldmitteln. Viele Schiffe waren wegen Treibstoffmangels und fehlender Ersatzteile zu langen Liegezeiten im Hafen gezwungen. Aus denselben Gründen konnten auch Flugzeuge der Luftwaffe häufig nicht abheben.

Mit Hilfe der satten Gewinne aus dem Öl- und Gasgeschäft hat das Land in den vergangenen Jahren seine Rüstungsbestrebungen vorangetrieben. Vor zehn Tagen hatte die Regierung in Moskau angekündigt, ihre Verteidigungsausgaben im kommenden Jahr um mehr als ein Viertel auf umgerechnet rund 66 Milliarden Euro zu steigern.

phw/Reuters

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP