Datenpanne in Großbritannien
Diebe klauen Personaldaten von britischem Militärgelände
Noch ein peinliches Datenleck in einer britischen Behörde: Irgendjemand hat drei USB-Sticks mit vertraulichen Personaldaten mehrerer tausend britischer Soldaten geklaut - von einer gesicherten Armee-Basis.
Hamburg - Ein hoher Zaun rund um das Gelände ist deutlich auf Satellitenbildern des britischen Armee-Stützpunktes Innsworth in Gloucestershire zu sehen. Die britische Luftwaffe hat den Stützpunkt genutzt, seit ein paar Monaten sitzt hier nun die Personalverwaltung der Armee. Und ausgerechnet von diesem gut gesicherten Stützpunkt sind Datenträger mit vertraulichen Daten verschwunden.
CORBIS
Daten mögen Nullen und Einsen sein, in den falschen Händen sind sie Waffen: Immer wieder verlieren Behörden brisante Datensätze
Drei USB-Sticks vermisst die Armee, wie mehrere britische Tageszeitungen berichten. Laut
"Daily Mail" sollen auf den Datenträgern Informationen aus den Personakten von bis zu 50.000 pensionierten und aktiven Soldaten gespeichert sein. Welche Informationen die Dateien genau enthalten und ob sie verschlüsselt sind, hat das Verteidigungsministerium nicht öffentlich gemacht.
Man nehme den Vorfall "sehr ernst",
kommentiert ein Ministeriumssprecher die Vorgänge gegenüber der "Times". Man nehme an, die Datenträger seien gestohlen worden, die Militärpolizei und die lokalen Behörden würden ermitteln, daher könne man sich nicht weiter äußern.
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In den vergangenen Monaten haben sich britische Behörden mehrere gravierende Datenpannen geleistet (siehe Kasten unten). Der Sprecher Nick Harvey der oppositionellen Liberaldemokratischen Partei nannte den Diebstahl der USB-Sticks in der "Times" dann auch "den neusten Fall in einer scheinbar endlosen Kette."
DATENPANNEN: SO SCHLAMPEN BRITISCHE BEHÖRDEN
Anfang September musste das Justizministerium zugeben, eine Festplatte mit Daten von rund 5000 Gefängnisbeamten und Verwaltungsangestellten der Justizbehörden verloren zu haben. Der Datenträger sei bereits im Juli 2007 verschwunden, das Ministerium sei aber erst jetzt informiert worden. Auf der Festplatte sind unter anderem einige persönliche Details wie Namen, Geburtsdaten und Versicherungsnummern der Justizbeamten gespeichert gewesen, sagte eine Ministeriumssprecherin. Auch befanden sich Finanzinformationen wie Rechnungen von Dienstleistern der Haftanstalten auf dem Datenträger. (
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Im Dezember 2007 teilte Verkehrsministerin Ruth Kelly mit, dass eine CD-Rom mit Namen, Adressen und Telefonnummern von mehr als drei Millionen Fahrschülern seit Mai 2008 vermisst wird. Der Datenträger enthielt Informationen über Kandidaten für den theoretischen Teil der Führerscheinprüfung im Vereinigten Königreich. Auf der CD-Rom seien auch Geburtsdaten, Prüfungsort und Informationen über die Zahlung der Gebühren gespeichert. Einzelheiten über Konten der Fahrschüler seien jedoch nicht verzeichnet gewesen, sagte Kelly. (
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Nach Angaben des britischen Gesundheitsministeriums ist im Dezember 2007 eine CD-Rom mit Informationen über 160.000 kranke Kinder auf dem Weg in eine große Londoner Klinik spurlos verschwunden. Auch gespeicherte Angaben zu Zehntausenden erwachsenen Patienten würden in insgesamt neun Regionalbereichen des staatlichen Gesundheitswesens vermisst, hieß es. (
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Im November 2007 musste die Steuerbehörde zugeben, zwei CD-Roms mit den persönlichen Daten von 25 Millionen Personen verschlampt zu haben. Auf den CDs befinden sich die Daten von 7,25 Millionen Familien, die Kindergeld erhalten, darunter Anschrift, Geburtsdaten und Bankverbindungen. Die Datenträger verschwanden in der Hauspost auf dem Weg von der Steuerbehörde zur Rechnungsprüfungsbehörde. (
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lis