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06.10.2008
 

Ermittlungen wegen Amtsmissbrauchs

Beamte erklären sich zur Aussage gegen Palin bereit

Im parlamentarischen Ermittlungsverfahren gegen Sarah Palin werden neue Zeugen aussagen. Die Staatsbediensteten hatten zunächst die Aussage in dem Verfahren wegen möglichen Amtsmissbrauchs gegen die republikanische Vizepräsidentschaftskandidatin verweigert. Nun wollen sie doch reden.

Anchorage - Sieben Staatsbedienstete, die zunächst die Aussage verweigert hatten, wollen sich nun doch äußern. Die Abgeordneten hatten die Beamten als Zeugen vorgeladen, was diese jedoch anfochten. Als ein Richter in der vergangenen Woche eine ähnliche Anfechtung zurückwies, erklärten sich die Staatsbediensteten doch zur Aussage bereit, teilte der Generalstaatsanwalt des Staates Alaska, Talis Colberg, am Sonntag in Anchorage mit.

Sarah Palin: Zeugen sollen zum Vorwurf des Amtsmissbrauchs aussagen
AFP

Sarah Palin: Zeugen sollen zum Vorwurf des Amtsmissbrauchs aussagen

Der demokratische Senator Hollis French, der die Untersuchung leitet, erklärte, nach der Gerichtsentscheidung seien auch Palin sowie deren Ehemann Todd erneut gefragt worden, ob sie zu einer Aussage bereit seien. Bislang habe sich das Paar dazu aber noch nicht geäußert.

Sechs regionale Abgeordnete beantragten am Freitag vor dem Obersten Gericht in Anchorage, die Ermittlungen vor der Präsidentenwahl auszusetzen, da diese parteipolitisch motiviert seien. Das Gericht nahm den Antrag an und ordnete eine Anhörung für kommenden Mittwoch an.

Der Ausschuss untersucht seit knapp zwei Monaten den Vorwurf, wonach Palin im Juli den Sicherheitschef von Alaska abgesetzt hat, weil dieser es abgelehnt habe, den geschiedenen Mann von Palins Schwester aus dem Polizeidienst zu entlassen.

In den vergangenen Wochen hatten sich verschiedene Vorwürfe gegen Palin gehäuft. In Zeitungsberichten hatte es geheißen, die 44-Jährige habe während ihres politischen Aufstiegs Rachefeldzüge verfolgt, Beamte gefeuert, die ihr nicht passten, und mehrmals private Belange mit Regierungsgeschäften verwechselt.

Zuletzt hatte sie am Wochenende für Schlagzeilen gesorgt, als sie dem demokratischen Präsidentschaftsbewerber Barack Obama vorwarf, Kontakte zu Terroristen gepflegt zu haben.

ler/AP

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