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Neue EU-Einwanderungsregeln "Pakt für noch mehr Abschottung"

Seit Jahrzehnten streitet die EU über das Thema Migration, nun feiert sie einen Durchbruch: Alle 27 Staaten haben sich auf einen Einwanderungspakt geeinigt. Europa will mehr qualifizierte Gastarbeiter anlocken, Flüchtlinge ohne Papiere aber strikter abwehren. Ein Überblick über die Beschlüsse.

Berlin - Eigentlich sollte der europäische "Pakt zu Einwanderung und Asyl" der Höhepunkt des EU-Gipfels in Brüssel werden. Nicolas Sarkozy hatte das Thema schon zu Beginn seiner Amtszeit als Ratsvorsitzender an die Spitze seiner Agenda gesetzt. Doch die alles dominierende Finanzkrise verwandelte seine Trumpfkarte in einen geschäftsmäßigen Punkt der Tagesordnung. Die Regelung zur legalen und illegalen Einwanderung wurde am Donnerstag von den müden Staatschefs unspektakulär durchgewinkt.

Somalische Flüchtlinge an der Küste vor Italien: Ihre Rückführung soll besser organisiert werden
AFP

Somalische Flüchtlinge an der Küste vor Italien: Ihre Rückführung soll besser organisiert werden

Dabei ist die Einigung wichtig, auch für das Selbstverständnis der Europäischen Union: Seit Jahrzehnten streiten sich die Beamten in Brüssel und in den Mitgliedsländern darüber, ob Zuwanderung und Flüchtlingsfragen national oder EU-weit geregelt werden müssen. Nun haben sich die Spitzen der 27 EU-Staaten immerhin auf gemeinsame Grundsätze in der Asyl- und Migrationspolitik festgelegt.

Das 15 Seiten lange Papier will dabei nicht weniger, als alles auf einmal zu regeln: Illegale und legale Einwanderung, die Kontrolle der Grenzen, Regeln für die Aufnahme politischer Flüchtlinge und die Zusammenarbeit mit den Herkunfts- und Durchreiseländern.

Der Pakt ist vor allem deswegen brisant, weil er auch emotionale Themen berührt. Er regelt quasi nebenbei den Umgang mit Ausländern für die gesamte Union - ein Thema, an dem sich an Hunderttausenden Stammtischen in Europa konservative und liberale Meinungen scheiden. Und er gibt Antworten darauf, ob und wie Menschen abgeschoben werden sollen, von denen viele auf dem Weg ins gelobte Europa ihr Leben riskiert haben.

Überfällig ist der Pakt allemal: Die nationale Regelung der Einwanderungspolitik hat längst internationale Konsequenzen. Ist ein Zuwanderer - legal oder illegal - einmal auf EU-Boden angekommen, kann er dank der Freizügigkeit nach dem Schengener Abkommen von 1985 in andere Mitgliedsländer reisen.

Allerdings verspricht Sarkozys Wurf inhaltlich wenig Neues. Eine gemeinsame Visapolitik, Grundsätze in den Asylstandards und die Grenzsicherung durch eine operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen gibt es schon seit einigen Jahren. Doch der Pakt hat eine Signalwirkung, zum ersten Mal umfasst ein Beschluss alle Ziele und Konfliktfelder des Themas.

Konkret behandelt das Papier fünf Arbeitsfelder:

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insgesamt 41 Beiträge
lupenrein 16.10.2008
Wo kann man die essenziellen Inhalte dieses gemeinsamen Paktes authentisch nachlesen ?
Zitat von sysopDie EU will sich für Gastarbeiter öffnen und illegale Flüchtlinge besser abwehren: 27 Mitgliedsstaaten haben sich auf einen gemeinsamen Pakt über Einwanderung und Asyl geeinigt. Ist dies endlich der richtige Weg in Sachen Asyl?
Wo kann man die essenziellen Inhalte dieses gemeinsamen Paktes authentisch nachlesen ?
Libertin 16.10.2008
Diese Regelung mit "zeitlich begrenzten hochqualifizierten Gastarbeitern" ist mal wieder voellig idiotisch. Welcher Lasertechniker von der Beijing Universitaet oder Kryptospezialist vom Indian Institute of Technology, [...]
Diese Regelung mit "zeitlich begrenzten hochqualifizierten Gastarbeitern" ist mal wieder voellig idiotisch. Welcher Lasertechniker von der Beijing Universitaet oder Kryptospezialist vom Indian Institute of Technology, der in Amerika ans MIT oder Caltech gehen und dann in Silicon Valley hunderttausende verdienen kann hat denn Lust sich auf so eine daemliche und feindselige Gastarbeiterloesung einzulassen ? Die EU schiesst sich mal wieder voll ins Bein. Um es nochmal klar auszudruecken : diese Leute haben Optionen. Wenn Deutschland und Europa es nicht schafft sich attraktiv fuer diese Menschen zu machen, dann werden die Innovationen von morgen eben woanders gemacht. Ich habe einen grossen Teil meines Lebens in China verbracht und habe zahlreiche Kontakte dort. Unter den jungen Chinesen gilt allgemein folgende Reihenfolge: wer extrem clever ist und ein Stipendium kriegen kann, der geht an eine Ivy League Schule in den USA. Zweite Option kurz darunter ist an eine Schule wie Oxford, Cambridge oder die LSE in Grossbritannien zu gehen. Wer es nicht dorthin schafft und auch in China an keine anstaendige Universitaet kann, den schicken die Eltern nach Deutschland. Dort kann man dann immerhin noch ein einigermassen nettes Studium billig bekommen. Das zeigt doch wie falsch es laeuft. Wenn wir die Einwanderungspolitik richtig steuern wuerden dann waere Deutschland Option 1 und nicht irgendwo unter "ferner liefen.
nauta 16.10.2008
Der Artikel ist unvollständig und einseitig. Es wird der Eindruck erweckt, der Plan sei besonders streng und habe "Abschottung" (was ist an dieser eigentlich falsch?) als Ziel. Der Grund dafür ist, daß aus welchen [...]
Der Artikel ist unvollständig und einseitig. Es wird der Eindruck erweckt, der Plan sei besonders streng und habe "Abschottung" (was ist an dieser eigentlich falsch?) als Ziel. Der Grund dafür ist, daß aus welchen Gründen auch immer nur Grüne, die Asylindustrie und sonstige Vertreter der Einwanderungslobby zitiert werden. Welche Anmerkungen Einwanderungskritiker zu den Beschlüssen haben, erfährt der Leser nicht.
Hardliner 1 16.10.2008
Nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland kann ich vor einem Öffnen der Gastarbeiter-Schleuse nur warnen. Letztlich wird es eh eine Zuwanderung in die Sozialsysteme werden. Und die erleichterte Einbürgerung für Ausländer [...]
Zitat von sysopDie EU will sich für Gastarbeiter öffnen und illegale Flüchtlinge besser abwehren: 27 Mitgliedsstaaten haben sich auf einen gemeinsamen Pakt über Einwanderung und Asyl geeinigt. Ist dies endlich der richtige Weg in Sachen Asyl? Der Artikel zum Thema: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,584544,00.html
Nach den bisherigen Erfahrungen in Deutschland kann ich vor einem Öffnen der Gastarbeiter-Schleuse nur warnen. Letztlich wird es eh eine Zuwanderung in die Sozialsysteme werden. Und die erleichterte Einbürgerung für Ausländer wird dazu führen, dass wir über "Familienzusammenführung" eine stattliche Zuwanderung bekommen werden. Dass es dann die Menschen sind, die man in Deutschland dringend am Arbeitsmarkt braucht, wage ich zu bezweifeln.
lupenrein 16.10.2008
wenn sich die EU 'so richtig einig ist', dann geht es meistens auf Kosten Deutschlands....... (siehe auch Verteilung der 10.000 Irak-Flüchtlinge, davon 5000 allein auf Deutschland)
wenn sich die EU 'so richtig einig ist', dann geht es meistens auf Kosten Deutschlands....... (siehe auch Verteilung der 10.000 Irak-Flüchtlinge, davon 5000 allein auf Deutschland)
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