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27.10.2008
 

Chronologie

Piratenüberfälle am Horn von Afrika

Plünderungen, Schusswechsel und Geiselnahmen - der Golf von Aden zwischen Somalia und Jemen ist eines der gefährlichsten Gewässer der Welt. Jährlich fahren etwa 16.000 Schiffe ums Horn von Afrika. Eine Chronologie der spektakulärsten Piratenangriffe der letzten Jahre:

1. April 2003: Seeräuber kapern einen südkoreanischen Schleppnetzfischer, die 24 Besatzungsmitglieder werden als Geiseln genommen.

Jemenitische Küstenwache neben dem beschädigten Tanker "Takayama": Kampf gegen die Piraten
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AFP

Jemenitische Küstenwache neben dem beschädigten Tanker "Takayama": Kampf gegen die Piraten

20. April 2003: Mit Pistolen und Messern bewaffnete Piraten stürmen ein Frachtschiff aus Singapur. Die Besatzung wird gefesselt, der Kapitän erleidet Kopfverletzungen und Stichwunden. Die Freibeuter stehlen Geld und wertvolle Frachtladung.

27. Februar 2004: Piraten mit Schnellfeuergewehren überfallen eine Yacht. Sie rauben das Schiff aus und entkommen.

21. September 2004: Ein Frachter wird vor Mogadischu von 15 bewaffneten Piraten in Schnellbooten gestürmt. Die 21-köpfige Crew wird in ein nahegelegenes Dorf entführt.

16. März 2005: Drei Freibeuterboote greifen einen Schleppnetzfischer aus Thailand an und nehmen die 26 Personen an Bord als Geiseln. Das Schiff wird von alliierten Kriegsschiffen befreit und die Piraten festgenommen.

10. April 2005: Ein Schiff aus Panama wird überfallen, 17 Personen als Geiseln genommen. Zwei Wochen später werden sie nach Lösegeldzahlungen entlassen.

16. August 2005: An einem Tag werden nahe dem somalischen Kismajo drei Fischerboote aus Taiwan überfallen. Die Schiffe und deren Besatzung sind bis heute in der Gewalt der Piraten.

30. November 2005: Ein weiteres taiwanisches Fischerboot wird gekapert: Bis heute laufen die Verhandlungen.

7. Dezember 2005: Piraten entführen ein georgisches Schiff - und fordern bis heute Lösegeld für die 11 Crewmitglieder.

26. Februar 2006: Ein indisches Schiff wird gekapert und 21 Personen als Geiseln genommen. Nach einem Monat werden sie freigelassen.

4. April 2006: Acht Seeräuber überfallen nahe der somalischen Küste ein koreanisches Fischerboot. Die Geiseln werden nach Lösegeldzahlungen entlassen.

25. Februar 2007: Ein Uno-Schiff, das eine Hilfslieferung im Hafen von Berberra abgeliefert hat, wird angegriffen. Die somalische Küstenwache wird informiert, es kommt zum Schusswechsel. Die Piraten entkommen und entlassen Schiff und Geiseln einen Monat später.

15. Mai 2007: Seeräuber nehmen ein Schiff aus Tansania mit 11 Personen an Bord gefangen. Nach Lösegeldzahlungen kommen sie frei.

2. Juni 2007: In drei Booten zwingen bewaffnete Piraten einen dänischen Frachter, in den Hafen von Hobijo zu fahren. Dort halten sie Schiff und Crew fast zwei Monate fest - auch hier ist möglicherweise Lösegeld im Spiel.

29. Oktober 2007: Piraten übernehmen die Kontrolle eines nordkoreanischen Frachters. Die Crew leistet hartnäckigen Widerstand, wobei sechs von ihnen verletzt werden. Ein US-Kriegsschiff eilt zu Hilfe und die Seeräuber können überwältigt werden. Einer der Entführer stirbt bei den Gefechten, sechs werden festgenommen.

28. Oktober 2007: Im Golf von Aden wird ein Chemietanker aus Panama mit 23 Besatzungsmitgliedern entführt. Zwei Monate später kommen sie - offenbar nach Lösegeldzahlungen - frei.

1. Februar 2008: An einem Tag greifen Seeräuber einen maltesischen Tanker und einen Dampfer an. Nach anderthalb Monaten lassen sie die sechs Geiseln und den Dampfer frei.

4. April 2008: Bewaffnete Piraten entführen den französischen Luxuskreuzfahrer "Le Ponant" und nehmen 30 Besatzungsmitglieder als Geiseln. Der Reeder zahlt ein Lösegeld von 1,3 Millionen Euro. Französische Soldaten verfolgen die Seeräuber später auf dem Festland, töten einen und nehmen sechs gefangen.

22. April 2008: In einer Jagd vor dem jemenitischen Hafen von Aden beschädigen Piraten den japanischen Öltanker "Takayama". Keine der 23 Besatzungsmitglieder wird verletzt.

28. Mai 2008: Das Lübecker Frachtschiff "Lehmann Timber" mit 15 Besatzungsmitgliedern wird auf dem Weg zum Suezkanal überfallen. Die schwer bewaffneten Piraten halten das Schiff über einen Monat lang vor der Hafenstadt Eyl im Norden Somalias fest. Die Reederei zahlt offenbar 750.000 US-Dollar an die Erpresser.

23. Juni 2008: Somalische Seeräuber kapern das Segelboot "Candy M." eines Paares aus Stuttgart und verschleppen die Urlauber in das Bergland der halbautonomen Region Puntland. Zu den Gefangenen gehört auch der Sohn des Paares und der französische Kapitän. Anfang August kommen die Geiseln frei - angeblich gegen eine Million Dollar Lösegeld.

21. August 2008: An nur einem Tag gehen den Freibeutern drei Tanker ins Netz - darunter auch ein deutscher. Die zwei anderen Tanker kommen aus Japan und dem Iran.

2. September 2008: Piraten entführen die Segelyacht "Carré d'as" eines französischen Ehepaars. Sie fordern ein Lösegeld von 1,4 Millionen Dollar. Französische Soldaten befreien die Geiseln und töten dabei einen der mutmaßlichen Entführer. Deutschland beteiligt sich an der Aktion mit zwei Aufklärungsflugzeugen.

15. September 2008: Seeräuber kapern einen Tanker aus Hongkong und bringen 22 Besatzungsmitglieder in ihre Gewalt.

26. September 2008: Der ukrainische Frachter "Faina" geht ins Netz der Piraten: An Bord ist eine Menge Rüstungsmaterial, darunter auch 30 schwere Panzer vom sowjetischen Typ T-72. Die 21 Mann Besatzung werden von den Piraten als Geiseln genommen.

16. Oktober 2008: Bewaffnete Piraten kapern ein Frachtschiff, das auf dem Weg nach China ist, und fahren es an einen unbekannten Ort in Somalia. Die 23-köpfige Crew halten sie nach wie vor gefangen.

20. Oktober 2008: Im International Maritime Bureau geht ein Anruf ein, demzufolge ein indischer Frachter mit 13 Besatzungsmitgliedern entführt worden ist. Das genaue Datum des Überfalls ist noch unklar.

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