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22.10.2008
 

Deutscher Islamist

BKA hält Drohvideo für echt

Das BKA hält das neue Video des deutschen Islamisten Eric Breininger für authentisch. Dieser hatte sich mit der Botschaft gemeldet, keine Anschläge gegen Deutschland zu planen. Ein Experte vermutet ihn in Afghanistan oder Pakistan.

Wiesbaden/Frankfurt - Seit Monaten wird steckbrieflich nach dem Deutschen mit dem Kampfnamen "Abdulgaffar El Almani" gefahndet: Am Dienstag meldete sich der Islamist Eric Breininger im Internet mit einer Videobotschaft. Deren Echtheit bestätigte jetzt das Bundeskriminalamt (BKA). "Es handelt sich um Breininger", sagte eine Sprecherin am Mittwoch. Das BKA gehe von einer Urheberschaft der Islamischen Dschihad Union aus, hieß es weiter.

Das Sechs-Minuten-Video sei am Dienstag auf eine Website gestellt worden, die bereits mehrfach für Botschaften genutzt worden sei. Nach Breininger werde weiter öffentlich gefahndet, auch wenn Hinweise auf eine mögliche Rückkehr aus Afghanistan nach Europa bislang nicht bestätigt wurden. Eine "endgültige Sicherheit", dass Breininger wie behauptet in Afghanistan sei, liefere das Video nicht.

SPIEGEL ONLINE hatte am Dienstag über das Video mit dem Titel "Aufruf vom Hindukusch" berichtet. Der wichtigste Satz Breiningers: "Ich befinde mich in Afghanistan und plane persönlich keinen Anschlag auf die Bundesrepublik Deutschland." Bis vor kurzem befürchteten deutsche Sicherheitsbehörden, dass ein Anschlag unmittelbar bevorstehe.

Der Terror- und Islamexperte der Stiftung Wissenschaft und Politik, Guido Steinberg, geht davon aus, dass Breininger sich in Pakistan oder Afghanistan aufhält. Dass er sich auf dem Weg nach Deutschland befinde, seien offenbar "bloße Gerüchte" gewesen, sagte Steinberg dem "Kölner Stadt-Anzeiger".

"Das Video dient der Propaganda der Islamischen Dschihad Union, aber auch der gezielten Werbung", sagte Steinberg: "Darauf weist die Erwähnung des Palästina-Themas hin. So gewinnt man arabische, insbesondere palästinensische Jugendliche für die Sache Breiningers und seiner Freunde." Breininger habe die Möglichkeit, mit einem simplen Video maximale Aufmerksamkeit zu erzielen. Er nutze dies, um seine Anliegen und die der Islamischen Dschihad Union vorzubringen: einen Abzug der deutschen Truppen aus Afghanistan und Usbekistan.

jch/AFP/AP/dpa

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