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23.10.2008
 

Neue Hilfen

EU beendet Entwicklungshilfe-Stopp gegenüber Kuba

Ende der Eiszeit zwischen Brüssel und Havanna: Die EU und Kuba haben nach fünfjähriger Pause ihre Zusammenarbeit wieder aufgenommen. Der Inselstaat soll 25 Millionen vom Kommissar für Entwicklungshilfe erhalten.

Hamburg/Brüssel/Havanna - Nach Angaben der EU-Kommission stellte der für Entwicklungshilfe zuständige EU-Kommissar Louis Michel 25 Millionen Euro aus dem EU-Haushalt in Aussicht - für Projekte in den Bereichen Umwelt, Technologie, Handel, Kultur und Katastrophenschutz. Dies geht aus einer Erklärung hervor, die Michel am Donnerstag bei einem Besuch in Havanna unterzeichnete. Fünf Jahre lang hatte die Entwicklungszusammenarbeit auf Eis gelegen.

"Das ist ein Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Kuba und der Europäischen Union", wurde Michel zitiert. "Ich bin sehr froh, dass wir in dieser gemeinsamen Erklärung den Rahmen für unsere künftige Zusammenarbeit abgesteckt haben." In Havanna bekräftigte Michel nach der Unterzeichnung der Erklärung gemeinsam mit dem kubanischen Außenminister Felipe Pérez Roque, die EU wolle den Dialog mit Kuba ohne Tabus wieder aufnehmen. Eine erste Geste sei die europäische Hilfe für Kuba nach den Hurrikans, die Kuba im September verwüstet hatten.

Die EU-Kommission teilte mit, dass sie zunächst zwei Millionen Euro bereitgestellt hat, um den Opfern der Wirbelstürme "Gustav" und "Ike" zu helfen. Michel wollte am Freitag in das von den Stürmen besonders schwer getroffene Gebiet von Pinar del Rio reisen.

Die EU hatte 2003 nach der Verhaftung kubanischer Oppositioneller die Beziehungen zu Kuba eingefroren und demonstrativ Kontakte zu Gegnern des damaligen Staatschefs Fidel Castro gesucht. Im vergangenen Juni hatte die EU dem jetzigen Präsidenten Raúl Castro die Bereitschaft zu einer Wiederaufnahme der Beziehungen signalisiert.

flo/dpa

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