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24.10.2008
 

Asem-Gipfel in China

Merkel will Finanzchaos mit Krisenpaket bekämpfen

Die Kanzlerin im Kampf gegen die Bankenkrise: Angela Merkel legte in Peking ein Vier-Punkte-Paket vor. Sie forderte eine schärfere Kontrolle der Finanzmärkte und mehr Transparenz. Die Regeln für alle Akteure müssten verschärft werden.

Peking - Europa und Asien sind sich einig: Das internationale Währungs- und Finanzsystem muss grundlegend reformiert werden, um die globale Bankenkrise zu bekämpfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) präsentierte vor dem Weltfinanzgipfel am 15. November ein Vier-Punkte-Paket für eine neue globale Finanzmarktverfassung. Beim Asien-Europa-Gipfel (Asem) in Peking forderte sie am Freitag eine schärfere Kontrolle der Finanzmärkte und mehr Transparenz.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) solle ein "Wächter über die Stabilität des weltweiten Finanzsystems" werden, sagte Merkel. Für Top-Manager in Banken und Investmenthäuser verlangt die Kanzlerin ein Ende von Anreizen für Hochrisikogeschäfte. "Das alleinige Streben nach kurzfristigem Erfolg und das Eingehen exzessiver Risiken dürfen nicht belohnt werden."

Nötig seien mehr Transparenz auf den Finanzmärkten vor allem für Risikogeschäfte sowie eine schärfere Aufsicht etwa mittels der Eigenkapitalregeln oder der Regulierung von Nicht-Banken, sagte Merkel. Dies könnte aus Expertensicht heißen, dass der Eigenkapitalanteil umso höher sein muss, je höher das Risiko eines Finanzprodukts ist.

Die Kanzlerin rief die 42 übrigen Asem-Länder auf, schnelle und umfassende Anstrengungen zu unternehmen. Sie forderte eine stärkere Einbindung aufstrebender Länder wie China und Indien. Die asiatischen Schwellenländer übernähmen auf den Finanzmärkten eine immer bedeutsamere Rolle. Deshalb sei es sehr wichtig, dass zum Beispiel China und Indien am Weltfinanzgipfel am 15. November in Washington teilnähmen.

"Wir stehen nun auch gemeinsam in der Pflicht, die notwendigen Lehren für die Zukunft zu ziehen", sagte Merkel laut Manuskript. "Ansonsten kann niemand garantieren, dass künftige Krisen von Mal zu Mal desaströser ausfallen." Das Ausmaß und die Dauer der Finanzkrise seien noch nicht absehbar. "Entscheidend ist aber in jedem Fall, dass wir die negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft begrenzen."

Die EU und Asien wollen das internationale Währungs- und Finanzsystem reformieren. Das geht aus dem Entwurf für eine Erklärung des Asem-Gipfels hervor. Darin heißt es, dass die Aufsicht der Finanzmärkte verstärkt werden müsse.

als/dpa

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