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02.11.2008
 

Todesgerüchte

Nordkorea veröffentlicht Fotos von Kim Jong Il

Neue Propagandaoffensive um Kim Jong Il: Eine nordkoreanische Nachrichtenagentur veröffentlicht ein angeblich aktuelles Bild, das den Präsidenten bei einem Fußballspiel zeigt. Sie will damit Gerüchten entgegenwirken, dass der Diktator längst tot sei.

Seoul - Hartnäckig halten sich die Gerüchte um Kim Jong Ils Gesundheitszustand. Angeblich erlitt er Mitte August einen Schlaganfall. Seit Wochen ist Nordkoreas Präsident aus der Öffentlichkeit verschwunden. Immer wieder gibt es Meldungen über Zeugen, die behaupten, er sei längst tot. Nordkorea weist das als Propaganda zurück.

Jetzt verbreitet die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA Bilder, die den 66-Jährigen bei einem Fußballspiel zweier Armee-Mannschaften zeigen sollen. KCNA berichtet, der Staatschef habe der Partie zwischen den Mannschaften Mangyongbong und Jebi beigewohnt.

Auch das nordkoreanische Staatsfernsehen und die Zeitung "Rodong Simnum" veröffentlichten Fotos, auf denen Kim angeblich das Spiel verfolgt und sich mit seinen Vertrauten unterhält. Insgesamt kursieren 14 verschiedene Bilder des öffentlichen Auftritts.

Über die Echtheit der Dokumente gibt es Zweifel: Nordkorea machte keine Angaben dazu, wann und wo die Bilder aufgenommen wurden. Die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap merkte zudem an, dass auf keinem der Fotos Kim und das Fußballspiel gleichzeitig zu sehen seien.

Es ist nicht das erste Mal, dass Fotos von Kim Jong Il auftauchen. Bereits Anfang Oktober hatten nordkoreanische Medien Fotos von Kim bei einer Truppeninspektion veröffentlicht. Südkorea und die USA bezweifelten damals die Neuheit der Bilder, da im Hintergrund dunkelgrüne Blätter zu sehen waren.

Kim Jong Il ist seit Wochen von der Bildfläche verschwunden und nahm Anfang September nicht an den Feiern zur 60. Jahrestag der Staatsgründung teil. Am Freitag fehlte er beim Begräbnis eines ranghohen Parteifreunds.

Nach Angaben des japanischen Regierungschefs Taro Aso liegt der Diktator vermutlich im Krankenhaus, wo er sich inzwischen von seinem Schlaganfall erholt haben soll. Er sei weiterhin zur Führung der Staatsgeschäfte in der Lage, heißt es. Beweise oder offizielle Angaben gibt es dazu aber nicht.

ssu/AFP

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