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02.11.2008
 

US-Wahl-Countdown

Obama und McCain ziehen den Endspurt an

Noch zwei Tage bis zur Wahl des neuen Präsidenten in den USA: Jeder siebte Wähler ist noch unentschlossen. Die Kandidaten Obama und McCain touren bis zuletzt durch die besonders hart umkämpften Bundesstaaten.

Washington - Der Endspurt läuft: Der Demokrat Barack Obama trat am Samstag bei Wahlkampfveranstaltungen in Nevada, Colorado und Missouri auf, allesamt Staaten, die vor vier Jahren an den Republikaner George W. Bush gingen. Auf den letzten Drücker wollte Obama dort die Wahlmänner für sich gewinnen.

McCain und Obama: Wahlkampf bis zuletzt
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AP

McCain und Obama: Wahlkampf bis zuletzt

John McCain versuchte das traditionell republikanisch wählende Virginia gegen die verbreitete Wechselstimmung zu verteidigen und Obama das eher demokratisch orientierte Pennsylvania abzunehmen.

Als besonders umkämpft gelten die Staaten Montana, North Dakota, Arizona, Missouri, Indiana, North Carolina, Georgia und Florida, wobei letztere drei besonders wichtig sind, weil sie viele Wahlmänner bringen. Wichtige und noch nicht klar einem Kandidaten zuordenbare Staaten sind Ohio, Pennsylvania und Virginia - sie tendieren derzeit zu Obama, während die nicht so wichtigen Staaten South Dakota, Arkansas und West Virginia zu McCain tendieren. Alle anderen Bundesstaaten werden klar einem der beiden Lager zugerechnet. So wird das bevölkerungsreiche Kalifornien voraussichtlich an Obama gehen, der größte Flächenstaat Texas an McCain.

Obama kann einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage von Reuters, C-Span und Zogby zufolge mit 50 Prozent der Stimmen rechnen und McCain mit 44 Prozent. Die Fehlermarge lag bei 2,9 Prozentpunkten. Damit konnte Obama seinen Vorsprung von rund sechs Prozent halten. In anderen Umfragen ist der Vorsprung des Senators aus Illinois noch deutlich größer. Im Bundesschnitt liegt Obama laut dem Online-Dienst realclearpolitics.com derzeit um 6,8 Punkte vor McCain.

Demokraten fürchten Bradley-Effekt

Im umkämpften Bundesstaat Georgia nutzten bis zum Wochenende überraschend viele Bürger die Möglichkeit der Frühwahl. Nach Angaben der Behörden gab mehr als jeder dritte Wahlberechtigte vor dem eigentlichen Termin am 4. November seine Stimme ab. Demnach waren etwa 35 Prozent der Frühwähler Schwarze. Allgemein wird erwartet, dass diese Gruppe überwiegend Obama wählt.

Insgesamt sehen Experten nur geringe Chancen für seinen republikanischen Rivalen. "Es ist schwer zu erkennen, wie McCain vorankommen kann", sagte Wahlforscher John Zogby. Allerdings gibt es in den USA noch immer eine Schar von Unentschlossenen, nämlich jeder siebte Wähler hat sich noch nicht entschieden, wem er seine Stimme gibt. Das ergab eine am Freitag veröffentlichte Umfrage von AP und Yahoo News. Damit könnte der Vorsprung, den Obama in den Umfragen hält, bis Dienstag noch deutlich sinken.

Anhänger des schwarzen Senators Obama fürchten den sogenannten Bradley-Effekt. Der Begriff bezieht sich auf den Gouverneurswahlkampf 1982 in Kalifornien, wo der Schwarze Tom Bradley in Umfragen vor der Wahl zweistellig führte, dann aber doch gegen seinen weißen Rivalen verlor. Danach wurde vermutet, dass viele Menschen in den Umfragen nicht die Wahrheit sagten, wenn sie gefragt wurden, ob sie für einen schwarzen Kandidaten stimmen würden. Sollte in dieser Woche der Bradley-Effekt eintreten, könnte er aber zumindest teilweise aufgefangen werden durch eine stärkere Wahlbeteiligung schwarzer US-Bürger und dank der Stimmen derjenigen, die sich von der Wahl Obamas ein neues Kapitel in der ethnischen Geschichte des Landes erhoffen.

Biden warnt vor Siegesgewissheit

Der demokratische Vizepräsidentschaftskandidat Joseph Biden warnte denn auch die Anhänger seiner Partei vor allzu großer Siegesgewissheit. Bei einem Auftritt im Bundesstaat Ohio erinnerte er am Freitag daran, dass die demokratischen Kandidaten Al Gore und John Kerry in den Umfragen in den Jahren 2000 und 2004 ebenfalls geführt hätten, die Abstimmungen dann aber vom Republikaner George W. Bush gewonnen worden seien. "Diese Wahl wird sehr viel knapper ausgehen als viele erwarten", warnte Biden.

Der amtierende Präsident Bush tauchte bei keiner Veranstaltung seines Parteifreundes McCain auf. Mit einer Popularität von unter 30 Prozent wurde der Amtsinhaber nicht gefragt, McCain zu unterstützen. Obama warf McCain wiederholt vor, ein Klon des unbeliebten Präsidenten zu sein. Bush gibt sein Amt nach acht Jahren im Januar 2009 ab. Die amerikanische Verfassung erlaubt nur zwei Amtszeiten.

Auch das Repräsentantenhaus und ein Drittel der 100 Senatoren werden am Dienstag gewählt. Im Senat fürchten die Republikaner wie im Ringen um das Präsidentenamt eine Niederlage gegen die Demokraten. Sollten diese 60 Sitze in der Kongress-Kammer erreichen, würden die Republikaner ihre Sperrminderheit verlieren. Zusammen mit dem Repräsentantenhaus könnten die Demokraten dann ohne die bisher notwendigen Kompromisse regieren.

asc/AP/Reuters/dpa

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