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04.11.2008
 

McCain vs. Obama

Lange Schlangen vor US-Wahllokalen

Schafft es Barack Obama? Gewinnt doch John McCain? Die US-Präsidentschaftswahl hat begonnen, an der Ostküste bildeten sich vor den Stimmlokalen schon zum Auftakt lange Warteschlangen. Beobachter rechnen mit der Beteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern - das wäre ein Rekord.

Washington - Run auf die Wahllokale: In rund 30 Bundesstaaten waren am Dienstagmorgen (Ortszeit) bereits die Abstimmungslokale geöffnet. Zum Teil bildeten sich schon zum Auftakt lange Schlangen. In Philadelphia (Pennsylvania) versammelten sich viele Menschen schon vor den noch verschlossenen Türen einiger Wahllokale, um nach Öffnung rasch ihre Stimme abgeben zu können.

Insgesamt wird bei der Wahl zwischen dem Demokraten Barack Obama und dem Republikaner John McCain eine Rekordbeteiligung von bis zu 130 Millionen Wählern erwartet. Viele Millionen Bürger hatten schon in den vergangenen Wochen von der Möglichkeit einer frühzeitigen Stimmabgabe Gebrauch gemacht.

Der demokratische Kandidat Barack Obama ging nach allen Umfragen der vergangenen Wochen als Favorit ins Rennen. Der 47-Jährige würde bei einem Sieg als erster schwarzer Präsident in der US-Geschichte ins Weiße Haus einziehen. Sollte hingegen der Republikaner John McCain das Rennen machen, wäre er mit 72 Jahren der bei Amtsantritt älteste US-Präsident.

Die Mehrzahl der Wahllokale im Osten öffnete zwischen 5 Uhr und 7 Uhr Ortszeit (11 Uhr und 13 Uhr MEZ). Nach dem Auftakt an der Ostküste sollten sich die westlicheren Bundesstaaten zwischen 14 Uhr und 16 Uhr MEZ anschließen, zum Schluss dann die Wahllokale in Alaska (17 Uhr MEZ) und Hawaii (18 Uhr MEZ). Obama wollte in Chicago (Illinois) seine Stimme abgeben, McCain in Phoenix (Arizona).

Mit der Bekanntgabe erster Ergebnisse durch die großen US-Fernsehsender wurde am Mittwoch gegen 0 Uhr MEZ gerechnet. Bis zur letzten Minute warben Obama und McCain bei Blitzbesuchen quer durch das Land um die Wähler. "Wir sind noch einen Tag davon entfernt, die USA zu verwandeln", rief Obama am Montag in Florida, bevor er nach North Carolina und Virginia weiterreiste. McCain kämpfte mit der Parole "Mac ist zurück!" darum, sich Hochburgen seiner Partei zu sichern.

In den 50 US-Bundesstaaten und der Hauptstadt Washington bestimmen die Wähler die 538 Wahlmänner, die dann den Präsidenten wählen. Für den Einzug ins Weiße Haus sind mindestens 270 Stimmen im Wahlmännerkollegium erforderlich. Besonderes Augenmerk der Kandidaten lag auf den sogenannten Swing States, in denen sich beide noch Chancen auf einen Sieg ausrechneten. Die wichtigsten Staaten auf der Kippe waren wegen ihrer hohen Zahl von Wahlmännerstimmen Florida (27), Ohio (20), North Carolina (15) und Virginia (13). Eine Umfrage von "Wall Street Journal" und NBC News gab Obama mit 51 Prozent einen Vorsprung von acht Punkten vor McCain. Bei "Washington Post" und ABC News lag Obama sogar mit 54 Prozent vor seinem Rivalen mit 43 Prozent.

Obamas Wahlkampfauftritte wurden am Montag von der Nachricht vom Tod seiner Großmutter überschattet. Unter Tränen schwor der 47-Jährige in Charlotte im US-Bundesstaat North Carolina, nach einem Wahlsieg für die "stillen Helden" wie sie zu kämpfen.

Neben dem Präsidenten standen in den USA auch alle Sitze im Repräsentantenhaus sowie 35 der 100 Senatorenposten zur Wahl. Umfragen zufolge dürften die Demokraten ihre derzeit knappe Mehrheit in beiden Häusern des US-Kongresses ausbauen. Dabei galt das besondere Interesse dem Senat, wo die Demokraten mit 51 zu 49 Sitzen eine besonders knappe Mehrheit haben. Im Repräsentantenhaus stellen die Demokraten derzeit 235 Abgeordnete, die Republikaner 199.

als/dpa/AFP

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