Hamburg - Kurz und knapp und ein wenig genuschelt: US-Präsident George W. Bush trat am Mittwochmittag (Ortszeit) in den Rosengarten des Weißen Hauses, um dem Wahlsieger der Präsidentenwahl zu gratulieren. Doch was der Amtsinhaber sagte, erstaunt: Die Wahl Barack Obamas sei ein "historischer Durchbruch" und "besonders aufbauend für eine Generation von Amerikanern, die den Kampf für Bürgerrechte mit eigenen Augen gesehen haben", sagte er in Anspielung auf Obamas Hautfarbe.
Bis vor kurzem hätten "viele unserer Bürger" gedacht, dass sie die Wahl eines Afroamerikaners zum US-Präsidenten nicht mehr erleben würden. "Ein Traum hat sich erfüllt", sagte Bush dann. "Wem auch immer man seine Stimme gegeben habe, alle Amerikaner können stolz auf die Geschichte sein, die gestern geschrieben wurde." Bush sprach von einer "fantastischen Nacht".
Obama verkörpere die amerikanischen Ideale wie Optimismus, Hoffnung in die Zukunft, Entschlossenheit zu harter Arbeit, erklärte Bush. Obamas Großmutter, die Ende Oktober auf Hawaii ihrem Krebsleiden erlegen war, wäre sicher "außer sich vor Freude gewesen, Obama, seine Frau und seine beiden entzückenden Mädchen ins Weiße Haus ziehen zu sehen". Dies werde ein bewegender Anblick sein. "Ich weiß, dass Millionen von Amerikanern in diesem inspirierenden Augenblick von Stolz erfüllt sein werden."
Bush versprach seinem Nachfolger im Amt, mit ihm zusammenarbeiten zu wollen. Er werde Obama bis zur Amtsübergabe am 20. Januar 2009 über alle wichtigen Entscheidungen informieren und ihn daran beteiligen.
Es werde eine "reibungslose Machtübergabe" geben - jetzt sei der Wahlkampf vorbei und man werde zusammen für das Land arbeiten. Bush sagte, er habe Obama und dessen Frau ins Weiße Haus eingeladen. Er und seine Frau Laura freuten sich, das Paar "so bald wie möglich" zu treffen.
Bush gratulierte auch seinen Parteifreunden, den Wahlverlierern John McCain und Sarah Palin. Sie hätten entschlossen für ihr Land gekämpft, lobte Bush ihren Wahlkampf. Das amerikanische Volk werde McCain für seinen "lebenslangen Dienst an der Nation dankbar sein", sagte er. McCain hatte im Vietnamkrieg gekämpft und war dort mehr als fünf Jahre lang in Gefangenschaft.
Bush ließ Obama auch wissen, was dessen größte Herausforderung für seine Präsidentschaft sein werde: der Verantwortung gerecht zu werden, das amerikanische Volk zu schützen. Er sei sich sicher, dass dies gelingen werde, betonte Bush.
Über seine eigene Zukunft sagte Bush, er werde mit seiner Familie demnächst zurück in seine Heimat nach Texas ziehen. Er sei dankbar, sehr spannende Jahre als Präsident der USA im Weißen Haus verbracht haben zu dürfen.
Nach weniger als fünf Minuten Redezeit verschwand Bush dann wieder ins Weiße Haus.
kaz
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