Chicago - Am zweiten Tag nach seinem Wahlsieg glühten bei Barack Obama die Telefondrähte heiß. Der designierte US-Präsident Barack Obama sprach mit neun Staats- und Regierungschefs, darunter auch Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im Mittelpunkt der meisten Gespräche stand die Finanzkrise.
Ebenso wie Merkel will auch der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy schon bald mit Obama zusammentreffen. Dies vereinbarten beide Politiker am Donnerstagabend in einem halbstündigen Telefongespräch, wie Sarkozys Büro mitteilte. Der französische Staatschef habe Obama zu seinem "brillanten" Wahlsieg gratuliert, erklärte der Elysée-Palast. Die Atmosphäre des Gesprächs sei "äußerst freundlich" gewesen.
Im Gespräch vertieft: Barack Obama telefonierte bereits mit wichtigen Staats- und Regierungschefs
Frankreich will auf dem Weltfinanzgipfel am 15. November in Washington ein 100-Tage-Programm für eine internationale Finanzreform vorschlagen. Dies geht aus einem Papier hervor, das Frankreich in seiner Funktion der EU-Ratspräsidentschaft den übrigen Mitgliedstaaten als Diskussionsgrundlage für ein Vorbereitungstreffen der EU an diesem Freitag übermittelt hat.
Der G-20-Gipfel in Washington wird zwar noch von dem scheidenden Präsidenten George W. Bush geleitet. Allerdings heißt es, Obama werde in den Gipfel eingebunden.
Im Gespräch mit dem mexikanischen Präsidenten Felipe Calderón versicherte Obama der Regierung des Nachbarlands weitere Unterstützung der USA im Kampf gegen Drogenhandel und organisiertes Verbrechen, wie die Regierung in Mexiko-Stadt mitteilte. Dem südkoreanischen Präsidenten Lee Myung Bak sagte Obama nach Angaben von dessen Büro, die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien ein Eckstein für Frieden und Sicherheit in Asien.
Weitere Telefongespräche führte Obama am Donnerstag nach Angaben seiner Sprecherin Stephanie Cutter mit dem britischen Premierminister Gordon Brown, dem australischen Ministerpräsidenten Kevin Rudd, dem kanadischen Regierungschef Stephen Harper, dem israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert und dem japanischen Premier Taro Aso.
Inzwischen dreht sich das Personalkarussell weiter. Vor allem über die Besetzung des Finanzressorts wird spekuliert. Unter anderem kursierten die Namen Timothy Geithner, Lawrence Summers und Paul Volcker. Geithner half beim Umgang mit der Finanzkrise in diesem Jahr, Summers war bereits Finanzminister unter Clinton, und Volcker war zehn Jahre lang Chef der US-Notenbank. Der Kongressabgeordnete und frühere Clinton-Berater Rahm Emanuel hat bereits das Angebot angenommen, Stabschef im Weißen Haus zu werden .
Das Übergangsteam wird von dem früheren Clinton-Mitarbeiter John Podesta, der Obama-Beraterin Valerie Jarrett und Pete Rouse, Obamas Stabschef im Senat, geleitet. Zu der Mannschaft gehört auch Susan Rice, die in US-Medien als mögliche nationale Sicherheitsberaterin in einer Regierung Obama gehandelt wird. Sie war im Wahlkampf Obamas außenpolitische Chefberaterin. Das Team soll die Regierungsübernahme vorbereiten.
Am Montag wollen Bush und seine Ehefrau Laura das Ehepaar Obama im Weißen Haus empfangen. Dabei werde es auch einen Rundgang durch die Privaträume geben, kündigte ein Sprecherin des Weißen Hauses an. Obama tritt das Präsidentenamt am 20. Januar an.
ler/AFP/AP/dpa
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