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New York - Wer sich für einen Job in der neuen US-Regierung bewerben will, darf sich auf hektische Zeiten gefasst machen. Mit Sicherheit wird er nach längst vergessenen Informationen kramen müssen, in Aktenordnern, Schuhkartons - und vor allem im eigenen Gedächtnis.
Ausriss aus dem Fragebogen für künftige Obama-Mitarbeiter: "Beschreiben Sie bitte Ihr Tagebuch"
Der Test hat es in sich. Unter anderem müssen die Bewerber darlegen, ob sie jemals etwas aufgeschrieben oder gar publiziert haben, das "dem künftigen Präsidenten schaden könnte". Die Frage nach dem Privaten wird in dem Papier denkbar nüchtern formuliert: "Wenn Sie jemals ein Tagebuch geführt haben, das etwas enthält, das einen Interessenskonflikt darstellen könnten oder Sie, Ihre Familie oder den gewählten Präsidenten in Verlegenheit bringen könnte, beschreiben Sie es."
Der Bewerber muss zudem angeben, ob er jemals "eine Form der elektronischen Kommunikation benutzt" habe, ob nun "E-Mails, SMS oder Instant Messengers". Auch hier folgt die schlichte Aufforderung, die verschickte Post zu beschreiben, sollte sie "einen Interessenkonflikt" darstellen.
Schlechte Karten haben offenbar auch Raser und Falschparker. Wer einen Job in der neuen Regierung wolle, müsse sogar Strafzettel von über 50 Dollar (umgerechnet 40 Euro) angeben, schreibt die "NYT". Zudem müssten "alle Geschenke im Wert von über 50 Dollar" benannt werden, die der Bewerber oder sein Partner jemals von einer Person angenommen haben, die "nicht mit Ihnen verwandt oder eng befreundet" ist. Auch ist der Job-Interessent verpflichtet, zu verraten, ob er selbst oder ein Familienmitglied eine Waffe besitzt.
Der Test umfasst insgesamt 63 Fragen - damit ist er detaillierter als bei jedem anderen Regierungswechsel zuvor, schreibt die Zeitung. Eine Auswahl:
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In dem Bogen wird auch nach dem Dienstpersonal des Bewerbers oder der Bewerberin gefragt: Sind Haushälterin, Kindermädchen und Fahrer etwa Immigranten - und wurden für sie Abgaben bezahlt? Der Hintergrund: Die Beschäftigung von illegalen Immigranten hat in der Vergangenheit schon manche Karriere in der Administration jäh beendet.
Und zur Sicherheit ist die letzte, die 63. Frage geradezu allumfassend abgefasst: "Bitte geben Sie uns jede andere Information, auch über andere Mitglieder Ihrer Familie, die einen Interessenkonflikt bedeuten oder und peinlich für Sie, Ihre Familie oder den gewählten Präsidenten werden könnte".
"Obama hat sich verpflichtet, die Geschäfte in Washington zu verändern", zitiert die "NYT" seine Sprecherin Stephanie Cutter zum Fragebogen. "Die Überprüfung der Bewerber spiegelt dieses Ziel wider." Michael Berman, Rechtsanwalt, Lobbyist und Berater in den Übergangsteams von Jimmy Carter und Bill Clinton, kommentiert das Dokument der Zeitung gegenüber so: "Ich bin sehr froh, dass ich keinen Job in dieser Regierung suche."
Wer den Test hinter sich hat, dem ist aber noch kein Büro im Weißen Haus sicher. Üblicherweise stellen das FBI und andere US-Sicherheitsbehörden anschließend eine Fülle weiterer Fragen. Abschrecken wird der harte Bewerbungsbogen allerdings kaum jemanden: Die Arbeitslosenquote in den USA ist so hoch wie seit 14 Jahren nicht mehr.
amz/dpa
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