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24.11.2008
 

Thailand

Demonstranten kesseln Parlament in Bangkok ein

Der Protest in Thailand verschärft sich: In der Hauptstadt Bangkok haben Zehntausende Regierungsgegner das Parlament umzingelt. Sie verlangen den Rücktritt von Ministerpräsident Somchai Wongsawat.

Bangkok - Das außerparlamentarische Oppositionsbündnis PAD hat sich einen engen Zeitplan gesetzt: Bis Mittwoch will es mit seinen Protesten die Regierung zu Fall bringen. Die Oppositionellen werfen Regierungschef Somchai Wongsawat vor, nur eine Marionette seines Schwagers, des vor zwei Jahren vom Militär gestürzten Premierministers Thaksin Shinawatra, zu sein.

Protest in Bangkok: Marsch auf das Parlament
AP

Protest in Bangkok: Marsch auf das Parlament

Am frühen Morgen waren die zum Teil mit Stöcken bewaffneten Demonstranten von dem seit Ende August belagerten Regierungssitz in der thailändischen Hauptstadt zum Parlament gezogen. Mit der Belagerung des Abgeordnetenhauses wollen sie nach eigenen Angaben eine mögliche Änderung der Verfassung verhindern, mit der eine Rückkehr des im Exil lebenden Thaksins an die Macht ermöglicht werden könnte. Der frühere Ministerpräsident war wegen Amtsmissbrauchs zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Sondhi Limthongkul, einer der Führer des Oppositionsbündnisses PAD, bezeichnete die Proteste am Montag als "Entscheidungsschlacht". Bis zum Vormittag hatten sich rund 20.000 Demonstranten am Parlamentsgebäude eingefunden. Das Parlament setzte daraufhin eine geplante gemeinsame Sitzung des Ober- und des Unterhauses aus. Das Kabinett wollte im Laufe des Tages zu einer Krisensitzung zusammenkommen. Neben dem Parlamentsgebäude belagerten Oppositionsanhänger auch das Hauptquartier einer Partei der Regierungskoalition.

Seit dem 26. August halten PAD-Anhänger bereits den Regierungssitz in Bangkok besetzt. Das Kabinett ist seither gezwungen, provisorische Büros im alten Flughafen der Stadt für die Regierungsgeschäfte zu nutzen. In den vergangenen Tagen waren zwei Anschläge auf die Demonstranten am Regierungsgebäude verübt worden. Unbekannte schossen Granaten auf die PAD-Anhänger. Ein Mensch wurde getötet, Dutzende verletzt.

Am Sonntag hatten mehr als 50.000 Menschen in Bangkok an verschiedenen Kundgebungen für und gegen die Regierung teilgenommen.

ler/dpa

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