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29.11.2008
 

Dritte-Welt-Kongress

Unicef fordert härtere Strafen für Sextouristen

Fast zwei Millionen Kinder sind vom weltweiten Sexhandel betroffen, 5,6 Milliarden Euro Umsatz werden mit diesem Geschäft jährlich erzielt: Ein Kongress in Rio de Janeiro mit Teilnehmern aus 137 Staaten fordert jetzt schärfere Maßnahmen gegen Kinderhändler und Sextouristen.

Rio de Janeiro - Sextouristen sollten mit Strafverfolgung in ihrem eigenen Land rechnen müssen, sollten sie ihre Verbrechen in einem Staat mit laxen Strafen für den Missbrauch von Kindern begehen. Das fordern die Teilnehmer des von der Uno veranstalteten Dritte-Welt-Kongresses, der am Freitag in Rio des Janeiro beendet wurde. Schweden hat bereits ein solches Gesetz, wie es von rund 3000 Experten und Regierungsvertretern aus 137 Staaten gutgeheißen wird, sagte der Direktor des Uno-Kinderhilfswerks UNICEF für Lateinamerika und die Karibik, Nils Kastberg.

"Viele dieser Pädophilen tauschen sich darüber aus, dass man sich in bestimmten Ländern keine Sorgen machen müsse - höchstens drohe eine Geldstrafe", erklärte Kastberg. Von den Kongressteilnehmern werde nun erwartet, dass sie sich in ihren Staaten für Gesetzesänderungen einsetzen, die auch die Verfolgung im Ausland begangener Straftaten gegen Kinder ermöglicht. Der sogenannte Pakt von Rio ruft zudem dazu auf, eine weltweite Datenbank über sexuelle Gewalt gegen Kinder aufzubauen, damit Regierungen über das Ausmaß sexueller Ausbeutung über den Sexhandel hinaus informiert werden.

Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) schätzt, dass im Jahr 2000 mindestens 1,8 Millionen Kinder unter 18 Jahren vom globalen Sexhandel betroffen waren. Es ist nicht bekannt, wie die Entwicklung seitdem verlief. In einer UN-Studie hieß es kürzlich, 2002 seien 150 Millionen Mädchen und 72 Millionen Jungen unter 18 Jahren zum Geschlechtsverkehr gezwungen worden oder hätten andere Formen sexueller Gewalt erlitten.

Das Geschäft mit Kindersex lohnt sich für die Hintermänner: Laut Schätzungen von Unicef werden mit Kinderprostitution, Kinderpornografie und dem damit im Zusammenhang stehenden Kinderhandel jährlich weltweit 5,62 Milliarden Euro umgesetzt. Lukrativer als der Handel mit Kindern ist nur der mit Waffen und Drogen.

cai/ap/afp

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