Sonntag, 22. November 2009

Politik



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08.12.2008
 

Nach Krawallen in Athen

Demonstranten besetzen griechisches Konsulat in Berlin

Der Protest gegen den Tod eines Jugendlichen in Athen hat Deutschland erreicht. Etwa 15 Demonstranten haben in Berlin das griechische Konsulat besetzt. Die Polizei verhandelt mit den Eindringlingen.

Berlin - Das griechische Konsulat in Berlin ist am Montagmorgen von Demonstranten besetzt worden. Nach Angaben der Deutschen Presseagentur (dpa) protestieren sie gegen den gewaltsamen Tod des 15-Jährigen am Wochenende in Athen. Rund 15 Personen seien in den Empfangsbereich des Gebäudes am Wittenbergplatz eingedrungen, sagte der Sprecher der griechischen Botschaft, Pantelis Pantelouris.

Griechisches Konsulat in Berlin: Besetzer verhalten sich friedlich
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DPA

Griechisches Konsulat in Berlin: Besetzer verhalten sich friedlich

Eine der Besetzerinnen sagte der dpa, mit der Aktion werde gegen den griechischen Staat protestiert, der verantwortlich für den Tod des Jugendlichen sei. Laut Polizei laufen Gespräche mit den Besetzern in dem Konsulat. Der Schüler war am Samstagabend in der griechischen Hauptstadt erschossen worden.

Die Besetzer hätten eine Resolution überreicht, der einen Protest gegen die Tötung des Schülers beinhalte. Die Besetzer verhalten sich friedlich und haben keine Forderung gestellt. Der griechische Konsul verhandelt derzeit mit den Besetzern.

Um 9.40 Uhr besetzten etwa 30 Menschen das Konsulat, wie SPIEGEL-TV-Reporter Martin Heller berichtet. Er ist vor Ort. Die Polizei ist nach Angaben von Sprecher Michael Merkle mit 120 Beamten vor Ort. Sie sichert den Eingang zum Gebäude: Die Zugänge zu einem Café und zu einem griechischen Reisebüro sind versperrt. Die Polizei hält Journalisten und Passanten mit Absperrgittern etwa 50 Meter auf Abstand. Die Anwohner werden nach einer Ausweiskontrolle ins Haus gelassen.

Gegen 11 Uhr zeigten sich zehn mit Mütze und Schal vermummte Personen an den Fenstern und auf einem Balkon in der dritten Etage. Die Besetzer riefen zwei Parolen: "Alexandros, das war Mord! Widerstand an jedem Ort!" Und: "Policia Assassini" (Auf Deutsch: "Polizisten Mörder").

Sie warfen Flugblätter aus dem Fenster, auf denen zu lesen ist: "Der griechische Staat mordet kaltblütig. Wenn die Bullen unsere Kinder töten, wird Widerstand zur Pflicht. Alexandros. Solidarität mit den Festgenommenen und verletzten Mitkämpfern in Griechenland." Die Flugblätter sind unterschrieben mit "Besetzung griechisches Konsulat Berlin".

Aus dem Fenster im dritten Stock hängt ein Plakat, es ist in deutscher und griechischer Sprache beschrieben. Auf Deutsch steht dort: "Alexandros Grigoropoulos, 16 Jahre alt, ermordet vom Staat." Auf dem Balkon haben die Besatzer die griechische Flagge abgehängt und durch eine rot-schwarze, diagonal geteilte Fahne ersetzt. Sie hängt auf Halbmast.

Gewalt in Griechenland

Die zweite Nacht in Folge waren zuvor griechische Städte von gewaltsamen Protesten erschüttert. Den Einsatzkräften ging dabei zeitweise das Tränengas aus - sie warfen deshalb mit Steinen auf Demonstranten. Inzwischen hat sich die Lage etwas beruhigt.

Am Montag soll die Obduktion der Leiche des 15-Jährigen stattfinden. Von der gerichtsmedizinischen Untersuchung verspricht man sich unter anderem Klärung, ob es sich bei dem tödlichen Schuss tatsächlich um einen Querschläger handelte, wie die Polizisten behaupten, oder um einen gezielten Schuss, wie Augenzeugen sagen.

Der 37 Jahre alte Polizist, der den tödlichen Schuss abgegeben haben soll, sagte aus, er habe drei Warnschüsse abgefeuert. Einer davon habe den Jugendlichen als Querschläger getroffen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Totschlag vor.

cte/dpa/Reuters

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