Washington - Der Anklage zufolge geschah am 16. September 2007 in Bagdad folgendes: Fünf Männer der Sicherheitsfirma Blackwater eröffneten mit automatischen Gewehren das Feuer auf unbewaffnete irakische Zivilisten. 17 Iraker wurden getötet.
Am Montag wurde gegen die Männer Anklage wegen Totschlags, versuchten Totschlags und Verstoßes gegen Waffengesetze erhoben, teilte das Justizministeriums in Washington mit. Bei einer Verurteilung drohten ihnen langjährige Haftstrafen.
Nach Angaben der US-Justiz stellten sich die Angeklagten am Montag im Bundesstaat Utah, sie sollten einem Gericht vorgeführt werden.
Die Angeklagten arbeiteten für das private US-Sicherheitsunternehmen Blackwater, das im Auftrag der Regierung für den Schutz von Diplomaten und anderen offiziellen US-Vertretern im Irak zuständig war. Die Schießerei hatte zu Spannungen zwischen den Regierungen in Washington und Bagdad geführt: Eine irakische Untersuchung war zu dem Schluss gekommen, dass die Blackwater-Leute grundlos auf unbewaffnete Zivilisten gefeuert hatten.
Die irakische Regierung bestand darauf, dass private US-Sicherheitsdienste für Fehlverhalten im Irak juristisch zur Rechenschaft gezogen werden. Bagdad will damit dem Eindruck entgegentreten, dass private US-Sicherheitsdienste im Irak inoffiziell eine strafrechtliche Immunität genießen.
Der Washingtoner Justizsprecher Patrick Rowan sagte am Montag, die Anklage solle "daran erinnern, dass all jene, die in Kriegs- oder Friedenszeiten in illegale Angriffe auf Zivilisten verwickelt sind, zur Verantwortung gezogen werden". Er verwies darauf, dass die privaten Sicherheitsdienste im Irak verpflichtet worden seien, "auf Schüsse mit starken Waffen zu verzichten". Zum Zeitpunkt der Schießerei "bestanden in Bagdad Gefahren, allerdings gab es auch viele normale Leute, die ihren Alltagsgeschäften nachgingen".
Nach Justizangaben umfasst die Klageschrift gegen die fünf Verdächtigen insgesamt 35 Punkte. Die Höchststrafe für Totschlag beträgt demnach zehn Jahre, die für versuchten Totschlag sieben Jahre, und die für Verstoß gegen das Waffenrecht 30 Jahre. Ein sechster Blackwater-Mitarbeiter legte nach Justizangaben bereits ein Geständnis wegen fahrlässiger Tötung ab.
hen/AFP
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