Athen - Gewalttätige Demonstranten haben griechischen Berichten zufolge in Athens Innenstadt alles verwüstet, was ihnen in den Weg kam. Entlang der drei großen Einkaufsstraßen Panepistimiou, Stadiou und Skoufa sowie rund um den zentralen Syntagmaplatz brannten viele Geschäfte.
Gewalttätige Demonstranten erreichten am Abend auch den eleganten Kolonaki-Platz, wo viele Politiker des Landes wohnen, und zerstörten auch dort alle Geschäfte. Passanten flohen in Panik in alle Richtungen. Die Polizei setzte massiv Tränengas ein, was aber ohne merkbare Wirkung auf die Randalierer blieb.
Verzweifelte Besitzer zerstörter Geschäfte riefen mit Tränen in den Augen um Hilfe. Die Feuerwehr war jedoch an einem Eingreifen gehindert, weil der wütende Mob die Einsatzfahrzeuge mit Brandflaschen attackierten. Resignierte Feuerwehrleute entgegneten auf die Frage, wo es brennt: "Fragen Sie uns lieber, wo es nicht brennt." Auch der etwa 20 Meter hohe Weihnachtsbaum der Stadt Athen wurde angezündet und brannte lichterloh. Dazu sangen sie die griechische Fassung von "O Tannenbaum".
Sicherheitskräfte zogen sich nach Angaben des Sekretärs der konservativen Regierungspartei ND, Lefteris Zagoritis, zeitweise zurück, um heftige Zusammenstöße zu vermeiden. "Glasscheiben sind wichtig, aber Menschenleben sind noch wichtiger", sagte er dem Fernsehsender NET.
"Hier herrscht Krieg. Holt uns hier raus", riefen verzweifelte Bewohner aus dem Zentrum Athens telefonisch um Hilfe.
Auch in Thessaloniki wurden Dutzende von Gebäuden mit Steinen und Molotowcocktails beworfen. Das Auswärtige Amt in Berlin riet Urlaubern, die von den Unruhen betroffenen griechischen Stadtzentren zu meiden.
zuvor war eine Demonstration von rund 10.000 Menschen am Nachmittag friedlich verlaufen. Die meist jugendlichen Demonstranten bemalten große Teile der Panepistimiou-Straße im Zentrum Athens mit roter Farbe. Die Farbe sollte das vergossene Blut eines 15-jährigen Schülers symbolisieren, der am Samstagabend durch eine Polizeikugel ums Leben gekommen war. Zu der Demonstration hatte die kleine griechische Partei Bündnis der Radikalen Linken (Syriza) aufgerufen.
Der griechische Ministerpräsident Kostas Karamanlis, dessen Regierung durch die Krawalle unter Druck geraten ist, versprach, die Verantwortlichen für den Tod des Jungen zur Rechenschaft zu ziehen. Er berief für die Nacht eine Sondersitzung des Ministerrates ein. Am Dienstag wollte er sich mit Staatspräsident Karolos Papoulias und den Vorsitzenden der griechischen Parteien treffen. Ein Regierungssprecher dementierte Gerüchte, dass ein landesweiter Ausnahmezustand ausgerufen werden könnte.
Schulen beinahe landesweit geschlossen
In fast allen Landesteilen Griechenlands blieben am Montag die Schulen geschlossen. Das Kultusministerium erklärte den Dienstag zum Tag der Trauer. Für die kommenden Tage wurden neue Demonstrationen autonomer Gruppen und linker Parteien angekündigt. Bei den Straßenkämpfen waren seit Samstagabend rund 40 Menschen verletzt worden. Der Sachschaden wurde auf 100 Millionen Euro geschätzt.
Straßenzüge in Athen und im nordgriechischen Thessaloniki boten auch vor den erneut ausbrechenden Unruhen am Abend Bilder wie aus einem Bürgerkrieg. Mehr als 500 Angestellte der Stadt versuchten in der Hauptstadt, die Wracks der Autos aus den Straßen zu entfernen. Die Randalierer hinterließen zerstörte Geschäfte, Bankfilialen und Polizeiwachen. Auch Privatwohnungen waren demoliert worden.
Papandreou ruft zum Entzünden von Kerzen auf
"Wir werden alles tun, damit diese Tragödie sich nicht wiederholt", hatte Regierungschef Karamanlis in einer Fernsehansprache gesagt. Für die Ausschreitungen am Wochenende machte er "extreme Elemente" verantwortlich. "Deren einziges Motiv ist die Gewalt und die Zerstörung", sagte der konservative Regierungschef. "Wir werden das nicht dulden." Er rief die Griechen auf, Ruhe zu bewahren und versprach Entschädigungen für die Inhaber der Geschäfte, die beschädigt oder zerstört wurden. Doch seine Worte verhallten wirkungslos.
Der Chef der oppositionellen Partei der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok), Giorgos Papandreou, rief die Bürger des Landes für Dienstagabend dazu auf, Kerzen im Zentrum der Stadt zu entzünden, um an das Opfer der Polizeigewalt zu erinnern, wie es heißt. Zudem forderte er indirekt den Rücktritt der Regierung. "Alle jungen Menschen sagen heute: Es reicht mit dieser Regierung, die ihre Verantwortung nicht übernimmt", sagte Papandreou im Fernsehen.
Der 37 Jahre alte Polizist, der am Samstagabend den tödlichen Schuss auf den Schüler abgegeben haben soll, sagte aus, er habe lediglich drei Warnschüsse abgefeuert. Der Jugendliche sei von einem Querschläger getroffen worden. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Polizisten Totschlag vor. Einer der Anwälte des Beamten trat zurück. Er lies verlauten, dass er einen "solchen Mandanten" aus Gewissensgründen nicht verteidigen könne. Über den mutmaßlichen Schützen wurde bekannt, dass er wegen seines harten Durchgreifens unter dem Spitznamen "Rambo" bekannt gewesen sei, berichtete der griechische Rundfunk.
In Berlin hielten Demonstranten acht Stunden lang das griechische Generalkonsulat besetzt. Mehr als 20 Demonstranten verließen am Abend das Gebäude am Wittenbergplatz, wie die Polizei mitteilte. Die Botschaft hatte auf eine Räumung des Konsulats verzichtet und mit den Besetzern gesprochen. Es gab keine Festnahmen.
asc/hen/dpa/AP/AFP/Reuters
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Den dt. Staatsschulden stehen allein über 4 Billionen Euro Privatvermögen in Geldform gegenüber, von übrigen Vermögenswerten ganz abgesehen. Wenn der Staat wollte und Staatsentschuldungszertifikate mit guter Rendite ausreichen [...] mehr...
Eine schöne Utopie, die daran scheitert, dass eine ganze Menge Leute dann ihre gutdotierten Posten verlieren würden. Da wurschtelt man doch lieber auf nationaler Ebene weiter, zeigt mit dem Finger auf die anderen, damit das [...] mehr...
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Gilt wohl nur für Griechen;-) Sehen so griechische Geschäftsgebahren aus? na was´n Wunder;-)) Er wird es gar nicht so weit kommen lassen, wenn ich jemandem Gels leihe, dann zahlt der auch zurück... pünktlich und gerne;-))) mehr...
Sicherheiten gibt es nicht. Wenn sie jemanden fünf mal Geld geliehen haben, und der erklärt ihnen, dass er die garantiert nicht zurückzahlt, leihen sie den noch mal Geld? Ach ja, für 100% Zinsen. Auch dann, wenn sie nicht einmal [...] mehr...
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