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Simbabwe am Ende Die Menschen sterben, der Diktator schwadroniert

2. Teil: Menschenrechtsanwälte klagen die Behörden an

Menschenrechtsanwalt Johannes Zviuya erhebt schwere Anklagen gegen die Behörden: Unschuldige Menschen seien bei dem Einsatz getötet, gefoltert und ohne jede Grundlage in Haft gehalten worden.

Die Bürgerrechtsorganisation Global Witness beschuldigt die simbabwische Regierung, sie habe das Diamantenfeld mit dieser brutalen Operation wieder unter ihre Kontrolle bringen wollen, um sich und ihrer Führungsclique selbst Zugang zu den kostbaren Edelsteinen zu sichern: "Einnahmen aus Simbabwes Diamanten helfen Robert Mugabes zunehmend repressivem und gewalttätigem Regime zu überleben." Es gebe Anzeichen dafür, dass in jüngster Zeit mit Wissen und Unterstützung der Regierung große Mengen Diamanten aus Simbabwe herausgeschmuggelt und illegal verkauft worden seien.

Nach inoffiziellen Schätzungen liegt der Wert der geschmuggelten Diamanten bei rund 1,2 Milliarden Dollar pro Monat. Bürgerrechtsbewegungen fordern daher, Simbabwe aus dem sogenannten Kimberly Process auszuschließen, einem Selbstkontrollgremium der beteiligten Regierungen und der Diamantenindustrie.

Die Lage der Bevölkerung wird unterdessen immer schlimmer. Selbst in der Hauptstadt Harare gehören stundenlange Stromausfälle zum Alltag. Deutsche Tester fanden selbst in großen, internationalen Hotels Choli-Bakterien im Trinkwasser. Das Gesundheitssystem ist zusammengebrochen. Die offizielle Inflationsrate liegt bei 231 Millionen Prozent. Um überhaupt einen Zahlungsverkehr aufrechterhalten zu können, hat die Regierung in der vergangenen Woche 500-Millionen-Simbabwe-Dollarnoten drucken lassen. Doch selbst die werden kaum noch akzeptiert. Dollars sind die eigentliche Währung in dem ausgebluteten Land.

Selbst die Militärs rebellieren

Doch während die Profiteure und Schmarotzer des Regimes in den Devisenläden, ohne mit der Wimper zu zucken, 5,50 Dollar für eine 550-Gramm-Dose Hundefutter oder fast 30 Dollar für vier Kilo Chlor für ihren Swimmingpool hinblättern, hungert das Volk. Ärzte verdienen kaum mehr als umgerechnet zwei Dollar im Monat. Die meisten Lehrer sind schon seit Wochen nicht mehr zur Arbeit erschienen, weil ihr Gehalt nicht mal mehr für den Busfahrschein zur Schule ausreicht. Selbst die bisher vom Regime privilegierten Militärs sind - nachdem sie wochenlang keinen Sold bekommen hatten - rebellierend und plündernd durch Harares Straßen gezogen. Mit Sonderzahlungen soll Mugabe die Truppe wieder beruhigt haben. Mehr als 20 Rädelsführer sollen allerdings nach Gerüchten standrechtlich erschossen worden sein.

Auch die Cholera wütet weiter. Zwar meldete der "Herald" am Mittwoch in großer Aufmachung, die Zahl der Ansteckungen sinke. Doch zugleich berichtete die Staatszeitung, das Zanu-Politbüro habe für die am Freitag geplante Parteikonferenz in Bindura wegen der Seuche strenge Sicherheitsvorkehrungen beschlossen: Die Delegierten würden ausschließlich mit geprüftem Mineralwasser in verschlossenen Flaschen versorgt. Es sei ihnen außerdem verboten, selbst Nahrungsmittel mitzubringen. Für Notfälle stünden Ärzte bereit.

Die Armee bereitet sich nach Angaben des Blattes allerdings schon auf eine neue humanitäre Katastrophe vor: Die Behörden erwarten, dass sich mit der einsetzenden Regenzeit zusätzlich zur Cholera auch die Malaria seuchenartig ausbreite. Spezielle Einheiten würden derzeit trainiert, die Landbevölkerung über Vorbeugungs- und Behandlungsmaßnahmen aufzuklären.

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