Samstag, 21. November 2009

Politik



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18.12.2008
 

Neue Randale in Griechenland

Polizei treibt Demonstranten mit Tränengas auseinander

In Griechenland gab es erneut Krawalle zwischen Jugendlichen und Polizisten. Demonstranten warfen Steine und Brandsätze, bis sie mit Tränengas auseinandergetrieben wurden.

Athen - Wieder Randale in Athen: Die Polizei setzte Tränengas gegen Demonstranten ein, die eine Absperrung zum Parlament durchbrechen wollten. Die jüngste Athener Protestkundgebung gegen die tödlichen Polizeischüsse auf den 15-Jährigen Alexandros Grigoropoulos verlief zunächst friedlich. Als der Zug der Demonstranten jedoch am Parlament eintraf, bewarfen die Jugendlichen die Polizisten mit Orangen und versuchten, die Absperrungen zu durchbrechen.

Krawalle in Athen: Ladeninhaber schlossen aus Angst vor Randale die Geschäfte
DPA

Krawalle in Athen: Ladeninhaber schlossen aus Angst vor Randale die Geschäfte

Einige Dutzend Jugendliche steckten später in der Nähe der Universität Mülleimer und ein Auto in Brand. Bei einer Kundgebung mit rund 5000 Teilnehmern wurden Spruchbänder wie "Trauer reicht nicht, der Kampf geht weiter" und "Mörderstaat" getragen. In der Athener Innenstadt hatten etliche Ladeninhaber aus Angst vor neuen Ausschreitungen ihre Geschäfte verschlossen.

Auch in Thessaloniki demonstrierten am Donnerstag rund 300 Menschen. Zu den Kundgebungen hatten die Lehrergewerkschaft, Schüler- und Studentenorganisationen sowie die Kommunistische Partei aufgerufen. Für den Abend war in Thessaloniki ein Konzert der Universitätsbesetzer vorgesehen.

Nach dem Tod des 15-Jährigen durch Schüsse eines Polizisten am 6. Dezember wurde Griechenland von den heftigsten Unruhen seit Jahrzehnten erschüttert. Jugendliche machen inzwischen mit täglichen Protesten ihrer Wut über den Tod des Schülers, aber auch ihrer Unzufriedenheit über die eigene Situation Luft. Knapp ein Viertel der Menschen zwischen 15 und 24 Jahren in Griechenland ist arbeitslos.

In einem westlichen Vorort von Athen wurde am Mittwochabend ein Jugendlicher nahe seiner Schule von einem Unbekannten angeschossen und leicht verletzt. Wie die Polizei mitteilte, wurde der 16-Jährige von einer Kugel am Handgelenk getroffen. Sie stammt nach ersten Erkenntnissen möglicherweise aus einem Druckluftgewehr. Nach Polizeiangaben war zur Zeit des Vorfalls kein Beamter in der Nähe des Tatorts.

Der Hergang der Ereignisse vom 6. Dezember ist weiterhin nicht geklärt. Ein ballistisches Gutachten wurde am Donnerstag dem Ermittlungsrichter übergeben. Dieser stellte die bislang vorliegenden Erkenntnisse dem Anwalt des wegen "vorsätzlicher Tötung" angeklagten 37-jährigen Polizisten und dem Anwalt der Hinterbliebenen des 15-Jährigen vor.

Nach den in der vergangenen Woche veröffentlichten Ergebnissen der Autopsie des 15-Jährigen wurde dieser vermutlich durch einen Querschläger aus der Waffe des 37-jährigen Polizisten tödlich in die Brust getroffen. Der Anwalt der Hinterbliebenen sagte, das Gutachten sei in dieser Frage "nicht sehr klar"; zur Frage eines Querschlägers gebe es darin nur "eine kleine Bemerkung".

als/AFP/AP

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