Bagdad - Die Entschuldigung kam schriftlich - in einem Brief an den irakischen Ministerpräsidenten Nuri al-Maliki hat der Schuhwerfer von Bagdad um Verzeihung für seinen Angriff auf US-Präsident George W. Bush gebeten.
Der Journalist Muntaser al-Saidi habe Bedauern über seine "hässliche Tat" geäußert, berichtete der TV-Sender al-Arabija am Donnerstagabend. Er habe Maliki gebeten, ihm zu verzeihen "wie einem Sohn, der seinen Vater um Vergebung bittet."
Ein Sprecher des Regierungschefs wollte sich nicht dazu äußern, ob Maliki die Entschuldigung angenommen habe. Er verwies vielmehr darauf, dass das Verfahren gegen den Journalisten noch laufe. Dem irakischen Fernsehjournalisten soll schon in der kommenden Woche der Prozess gemacht werden. Ihm drohen sieben bis zehn Jahre Haft.
Nach Angaben eines Ermittlungsrichters ist Saidi offenbar geschlagen worden. Er weise Prellungen in seinem Gesicht und um die Augen auf, erklärte Richter Dhia al-Kinani am Freitag.
Der Schuhwerfer war am Mittwoch erstmals einem Richter vorgeführt worden. In der arabischen Welt ist dem Journalisten viel Sympathie zuteil geworden.
Der irakische Anwalt Abdulkader al-Kaisi, der zum Verteidigerteam des 28 Jahre alten Journalisten gehört, erklärte, in seinem Geständnis habe der Fernsehjournalist "nationalistische Motive" angeführt. Er habe erklärt, dass er als Journalist mehrfach habe ansehen müssen, wie US-Soldaten Iraker erschossen hätten. Er sei gegen den bewaffneten Kampf und gegen "Gesetzlose". Saidi war laut Bekannten im vergangenen Jahr entführt worden. Die Kidnapper ließen ihn den Angaben zufolge damals drei Tage später nach Zahlung eines Lösegeldes frei.
Saidi hatte Bush während einer Pressekonferenz in Bagdad mit Schuhen beworfen. Dazu hatte er gerufen: "Das ist der Abschiedskuss für dich, du Hund." Bush wich den Schuhen geschickt aus. Nach einem offiziell unbestätigten Bericht wurden die Schuhe inzwischen zerstört, als sie vom Geheimdienst auf Sprengstoff untersucht wurden.
hen/dpa/AP
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