Hamburg - Sie waren die ersten, die am Tatort vor der jemenitischen Küste ankamen: Mit Kampfhubschraubern eilten Bundeswehrsoldaten an diesem Donnerstag der "Wabi al Arab" zu Hilfe. Das ägyptische Handelsschiff war von Piraten angegriffen worden und hatte einen Notruf abgesetzt, während sich die Besatzung schon eine Schießerei mit den Piraten lieferte.
Um 8.45 Uhr (MEZ) erreichte der Hilferuf die Fregatten "Karlsruhe" und "Mecklenburg-Vorpommern". Kurz danach traf der Helikopter der "Karlsruhe" ein - und die Piraten gaben auf. Die Bundeswehr hatte sie in die Flucht getrieben. Bei dem Schusswechsel zwischen den Piraten und der ägyptischen Schiffsbesatzung wurde ein Crewmitglied der "Wabi al Arab" am Bein verletzt; ein zweiter Bordhubschrauber brachte ihn an Bord der "Karlsruhe", wo er behandelt wurde. Sein Zustand wird als stabil bezeichnet.
Erst kurz vor Weihnachten hatte Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) in Dschibuti die Fregatte in die Anti-Piraten-Mission "Atalanta" (mehr auf SPIEGEL WISSEN...) verabschiedet. Der Zwischenfall jetzt zeigt, wie gefährlich der Einsatz für die Deutsche Marine noch werden kann. Tatsächlich haben die Bundeswehrsoldaten weitreichende Kompetenzen; Jung sprach vom "robustesten Mandat, das wir je hatten":
Das EU-Mandat schreibt zwar auch die "Verhältnismäßigkeit der Mittel" vor - doch Jung sprach bei der Verabschiedung offen davon, dass er gefährliche Situationen für die Deutsche Marine erwartet und das "in dem Moment dann auch ein Kampfeinsatz ist".
110 Piratenangriffe innerhalb eines Jahres
Die Risiken in der Region sind nach wie vor enorm. Die Internationale Schifffahrtsorganisation (IMB), die Hilferufe international koordiniert und auch den deutschen Einsatz als erstes veröffentlichte, dankte für den schnellen deutschen Einsatz. Die IMB hat seit Beginn dieses Jahres vor der Küste Somalias rund 110 Piratenangriffe gezählt. Insgesamt 42 Schiffe wurden gekapert, viele davon im Golf von Aden, der als eine der gefährlichsten Wasserstraßen der Welt gilt. 14 der gekaperten Schiffe mit mehr als 240 Mann Besatzung seien weiterhin in der Gewalt von Seeräubern. Üblicherweise verlangen die Piraten Lösegeld.
Die "Karlsruhe" mit rund 220 Soldaten an Bord ist Teil eines EU-Flottenverbands mit insgesamt drei Kriegsschiffen, einem Unterstützungsschiff und drei Aufklärungsflugzeugen. Sie sollen weitere Piratenüberfälle auf Privat- und Handelsschiffe in der Region verhindern.
Nach Angaben des Einsatzführungskommandos der Bundeswehr in Potsdam war die Fregatte "Mecklenburg-Vorpommern" entgegen ersten Lageberichten nicht an dem Einsatz beteiligt. Das Schiff ist im Rahmen des US-geführten Anti-Terror-Einsatz "Operation Enduring Freedom" in dem Seegebiet, kann aber kurzfristig auch für Einsätze im Rahmen von "Atalanta" hinzugezogen werden.
An der Bekämpfung der Piraterie vor Somalia beteiligen sich bislang Großbritannien, Indien, Iran, die USA, Frankreich und Deutschland. Auch China will sich mit drei Kriegsschiffen beteiligen, Japan erwägt die Entsendung von Militärschiffen.
jjc/Reuters/ddp/dpa/AFP
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Jedes Schiff mit wenigen Wachleuten an Bord wird nicht gekentert.Das kostet einen Promilleanteil gemessn an den Lösegeldzahlungen/Ausfällen/Reinigungskosten Wenn aus Geldgier die Schiffe nahezu ohne Bestzung auf den Weg [...] mehr...
Da fischt schon seit Jahren niemand mehr mehr...
Somalia hat nur drei Häfen. Es sollte leicht sein, grössere Schiffe zu beobachten und dann verhindern, das diese als Mutterschiffe für Piratenboote benutz werden können. Nur so können die Piraten hunderte von Meilen von der [...] mehr...
Sie spielen wohl gerne 'Schiffe versenken'? Ich bin ja auch für Durchgreifen, und die Franzosen machen das ja auch, inklusive an Land, aber man sollte beim Schiffe versenken doch auch bedenken, dass sich an Bord gekaperter [...] mehr...
Somalia hat nur ca. 2 Dutzend Häfen. Die Piraten sind keine Kriminellen sondern irreguläre Kombatanten. Sie üben in Somalia de facto die Staatsgewalt aus. Alle entführten Schiffe stürmen. Die Piraten auch an Land verfolgen. Den [...] mehr...
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