• Drucken
  • Senden
  • Feedback
26.12.2008
 

Somalia

China schickt Zerstörer auf Piratenjagd

Nach Europa setzt jetzt auch China die Marine ein, um seine Handelsschiffe am Horn von Afrika zu schützen. Zwei Zerstörer und ein Versorger sind zu einer historischen Mission ausgelaufen - dem ersten Einsatz außerhalb der Küstengewässer seit dem 15. Jahrhundert.

Peking - Drei chinesische Kriegsschiffe haben Kurs auf die Küste Somalias genommen, um sich dem internationalen Kampf gegen die Piraterie anzuschließen. Die beiden Zerstörer und ein Versorgungsschiff verließen am Freitag den Hafen von Sanya in Südchina und sollen in zehn Tagen am Horn von Afrika eintreffen, teilte die Regierung in Peking nach Angaben der Nachrichtenagentur Xinhua mit. An Bord der drei Schiffe sind demnach etwa 800 Mann Besatzung.

Soldaten der Anti-Piraten-Spezialeinheit an Deck des chinesischen Zerstörers "Haikou"

Soldaten der Anti-Piraten-Spezialeinheit an Deck des chinesischen Zerstörers "Haikou"

Wie der Kommandant der Flotte, Konteradmiral Du Jingcheng erklärte, sei das primäre Ziel des Einsatzes, chinesische Handelsschiffe zu eskortieren - vor allem Tanker. 60 Prozent der chinesischen Ölimporte stammten aus der Region und müssten den Golf von Aden passieren. Von den 110 registrierten Piratenangriffen in diesem Jahr hätten sieben chinesischen Frachtern gegolten. 18 Mann Besatzung eines chinesischen Fischtrawlers werden von Piraten zur Zeit noch als Geiseln festgehalten.

Die beiden Zerstörer der chinesischen Marine - "Wuhan" und "Haikou" - sind mit Lenkraketen und Artilleriegeschützen bewaffnet und haben 70 Soldaten eines Sonderkommandos an Bord, die speziell für den Einsatz gegen Piraten geschult wurden. "Wobei wir uns darauf konzentrieren werden, die Angreifer zu vertreiben und nicht sie zu bekämpfen", sagte Konteradmiral Du der Nachrichtenagentur Xinhua. "Wenn die Piraten jedoch unsere Schiffe attackieren oder die Frachter, die wir eskortieren, wird unsere Flotte die entsprechenden Maßnahmen ergreifen." Seine Soldaten seien auf eine lange und schwierige Operation eingestellt.

Auf Anfrage werde der chinesische Verband zwar die internationalen Einheiten zur Bekämpfung der Piraterie unterstützen; grundsätzlich gelte aber Pekings Doktrin, sich nicht in die Angelegenheiten anderer Nationen einzumischen, meldete die BBC unter Berufung auf das chinesische Verteidigungsministerium.

Für die Chinesen wird der Einsatz vor Somalia auf jeden Fall in die Geschichtsbücher eingehen: Seit dem 15. Jahrhundert hat sich die chinesische Marine auf die Verteidigung der eigenen Küsten beschränkt und auf gelegentliche Freundschaftsbesuche. Die Fahrt der Dreierflotte ist die erste Mission eines chinesisches Kriegsschiffs außerhalb des Pazifiks.

oka/Reuters/AFP/dpa

Diesen Artikel...

Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live

News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Politik
alles aus der Rubrik Ausland

© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH









TOP



TOP