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03.01.2009
 

Gaza-Streifen

Israelische Raketen töten Hamas-Kommandeur

Während israelische Soldaten an der Grenze zum Gaza-Streifen auf den Beginn der angekündigten Bodenoffensive warten, gehen die Luftangriffe unvermindert weiter. Mehr als zwei Dutzend Ziele gerieten unter Raketenbeschuss. Ein hoher Hamas-Kommandeur wurde dabei getötet.

Gaza - Im Gaza-Streifen ist nach Angaben der Hamas ein hochrangiger Kommandeur des bewaffneten Teils radikal-islamischen Gruppierung durch einen israelischen Luftangriff getötet worden. Abu Sakaria al-Dschamal sei am Samstagmorgen seinen Verletzungen erlegen, die er bei einem Angriff in der Nacht erlitten habe, teilte die Hamas mit. Das israelische Militär erklärte lediglich, in der Nacht eine Reihe von Luftangriffen ausgeführt zu haben.

Junge vor einem zerstörten Haus in Gaza-Stadt: Warten auf die Bodenoffensive
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AFP

Junge vor einem zerstörten Haus in Gaza-Stadt: Warten auf die Bodenoffensive

Bereits am Donnerstag war bei einem israelischen Angriff ein führender Hamas-Politiker getötet worden. Die Hamas kündigte daraufhin Vergeltung an.

Zu Beginn der zweiten Woche seiner Gaza-Offensive hat Israel am Samstag mehr als zwei Dutzend Ziele angegriffen. Kampfjets bombardierten mehrere mutmaßliche Einrichtungen der Hamas in Gaza-Stadt. Ein Wachmann einer Schule wurde getötet. Vier weitere Personen, darunter Dschamal, erlagen nach palästinensischen Angaben ihren Verletzungen.

An der Grenze warteten die Streitkräfte weiter auf den Marschbefehl für eine mögliche Bodenoffensive. Unterdessen bemühte sich die internationale Gemeinschaft weiter um eine diplomatische Lösung.

Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon setzte sich für eine sofortige Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas unter Einsatz internationaler Beobachter ein.

Ban habe führende Politiker mit Einfluss auf die Konfliktparteien öffentlich und hinter den Kulissen aufgefordert, die Gewalt zu beenden, erklärte der Uno-Sonderkoordinator für den Friedensprozess im Nahen Osten, Robert Serry. Die Zukunft des Friedensprozesses und die Stabilität der Region stünden auf dem Spiel.

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan reiste als Teil einer diplomatischen Offensive am Samstag zu Gesprächen nach Saudi-Arabien. Zuvor war er in Ägypten, Syrien und Jordanien, um die arabischen Staaten aufzufordern, ihren Einfluss auf die Hamas geltend zu machen. Der im syrischen Exil lebende Hamas-Führer Chaled Maschaal warnte, Israel werde im Fall einer Bodenoffensive ein "düsteres Schicksal von Toten und Verwundeten" drohen.

Ban trifft Abbas

Der palästinensische Präsident Mahmud Abbas und die Außenminister mehrerer arabischer Staaten wollten am Wochenende nach New York reisen, um den Uno-Sicherheitsrat zur Annahme einer Nahost-Resolution aufzurufen. In dem von arabischen Staaten vorgelegten Entwurf soll Israel zu einem sofortigen Waffenstillstand und einer Aufhebung der Blockade des Gaza-Streifens aufgefordert werden.

Die USA und Großbritannien haben den Entwurf am Mittwoch bereits als inakzeptabel und unausgewogen abgelehnt, da in ihm die Raketenangriffe der Hamas auf den Süden Israels nicht erwähnt würden.

Ban trifft am Montag mit Abbas und den arabischen Außenministern zusammen. Sonderkoordinator Serry sagte, die Uno sei zu einer Beobachterrolle bereit. Über einen solchen Einsatz müsse aber der Sicherheitsrat entscheiden. Angesichts der israelischen Panzer an der Grenze zu Gaza sei es unerlässlich, dass sofort ein dauerhafter Ausweg gefunden werde.

Bush nennt Raketenangriffe der Hamas Terrorakt

US-Präsident George W. Bush bezeichnete die Raketenangriffe der Hamas auf Israel als Terrorakt. Eine einseitige Waffenruhe im Gaza-Streifen, die Gewalt von Seiten militanter Palästinenser zulasse, sei nicht akzeptabel, erklärte der Präsident in seiner wöchentlichen Rundfunkansprache am Samstag. Das Weiße Haus veröffentlichte die Rede schon am Freitag.

Zusagen der Hamas reichten nicht, sagte Bush. Es müsse auch Überwachungsmechanismen geben, um sicherzustellen, dass der Waffenschmuggel nach Gaza ein Ende habe. Die USA stünden an der Spitze diplomatischer Bemühungen, um eine Waffenruhe zu erreichen, die vollständig eingehalten werde.

Zugleich äußerte Bush tiefe Besorgnis über das Leid der Bevölkerung im Gaza-Streifen. Auch dafür sei aber die Hamas verantwortlich. "Indem sie ihre Mittel für Raketenwerfer anstatt für Straßen und Schulen verwendet, hat die Hamas gezeigt, dass sie nicht die Absicht hat, dem palästinensischen Volk zu dienen."

dab/AP/Reuters

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