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Bushs letzte Rede Abschied eines Überzeugungstäters

2. Teil: Bushs Hinterlassenschaft: Eine Partei in Scherben

Seine Anhänger sehen das ganz anders - und setzen darauf, dass Bush schon sehr bald rehabilitiert wird. "Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass er in ein paar Jahrzehnten als großer Präsident gelten wird. Weil er unsere Sicherheit bewahrt hat", sagt eine hochrangige Republikanerin zu SPIEGEL ONLINE.

Die zentrale Frage lautet: War Bushs harter Kurs wirklich notwendig, um weitere Attacken zu verhindern? Und wenn ja - kann das Mehr an Sicherheit die vielen anderen Fehler seiner Regierung überdecken, die selbst Republikaner mit Schrecken verfolgten? Die Wirtschaftskollaps, das Riesen-Budgetdefizit, die Spaltung der US-amerikanischen Gesellschaft, der Verlust an Sympathie in aller Welt? Das Planungschaos im Irak, die Invasion, die mit Terrorgefahr ohnehin nicht zu rechtfertigen war?

Bush hat Zeit. Er hofft auf die Historiker, die viele vereitelte Terroranschläge aufdecken sollen. "Der Präsident glaubt nicht an kurzfristige Geschichtsschreibung", heißt es aus dem Bush-Lager.

Pech nur für seine Partei, dass sie ganz in der Gegenwart leben muss. Und die ist nicht rosig. Neu-Pensionär Bush, einst ein gewiefter Wahlkämpfer, hat den Republikanern zwar zwei volle Amtszeiten im Weißen Haus beschert und zwei neue konservative Richter auf Lebenszeit am Obersten Gerichtshof. Doch er hinterlässt auch eine Partei in Scherben. Von der dauerhaften rechten Mehrheit, die Bushs Wahlkampfguru Karl Rove noch 2005 skizzierte, ist nichts geblieben. Jetzt sitzen die Konservativen überall auf der Oppositionsbank - und müssen debattieren, ob wirklich Politiker wie Sarah Palin die Partei in die Zukunft führen sollen.

Bush wird bei diesen Debatten keine Rolle mehr spielen. Gerade hat er die Republikaner noch einmal zu mehr "Mitgefühl" angehalten. Aber der Appell verpuffte ungehört. Schon beim Parteitag im Sommer ignorierten sie ihren Präsidenten beinahe. Als Vater George H. Bush soeben laut überlegte, ob nicht George W.'s Bruder Jeb - einst Gouverneur von Florida - einmal ein brauchbarer Präsident werden könnte, packte Republikaner blankes Entsetzen. "Nun ist wohl gerade nicht die richtige Zeit, weil wir schon genug Bushs dort hatten", fügte der alte Bush rasch selbst hinzu.

George W. verabschiedete sich mit einem schlichten letzten "Gute Nacht". Er sei stolz darauf, ein einfacher Bürger der USA zu sein. An diesen Zustand wird sich die Bush-Dynastie wohl gewöhnen müssen.

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