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18.01.2009
 

Gaza-Konflikt

Hamas und Israel erklären Waffenpause

Eine Woche lang sollen die Waffen schweigen - die Hamas hat einen zeitlich befristeten Waffenstillstand angekündigt. Die Radikalislamisten verlangen, dass Israel seine Truppen abzieht und die Grenzen zum Gaza-Streifen geöffnet werden.

Jerusalem - Nach 22 Tagen Krieg und 1200 Toten haben beide Konfliktparteien im Gaza-Streifen eine Waffenruhe erklärt. Israel ordnete die Einstellung der Angriffe ab Sonntagmorgen 1 Uhr an. Die Palästinenser im Gaza-Streifen verkündeten am frühen Nachmittag einen einwöchigen Waffenstillstand an.

Ein Führer der militanten Organisation Islamischer Dschihad, Daud Schihab, teilte in Gaza mit, es gebe eine Vereinbarung mit der im Gaza-Streifen regierenden Hamas, die Angriffe auf Israel für eine Woche einzustellen. Ein Mitglied der politischen Hamas-Führung, Mussa Abu Marsuk, sagte in Damaskus, Israel erhalte damit Zeit, um sich zurückzuziehen. In diesem Zeitraum sollten die Grenzen zum Gaza-Streifen geöffnet und humanitäre Hilfe durchgelassen werden.

Zugleich seien die Palästinenser offen für Vermittlungsbemühungen Ägyptens, der Türkei, Syriens sowie anderer arabischer Staaten, die zu einem vollständigen Rückzug der israelischen Kräfte aus dem Gaza-Streifen sowie einer dauerhaften Öffnung der Kontrollpunkte führen.

Mussa Abu Marsuk machte die Mitteilung genau zu der Zeit, als der ägyptische Präsident Husni Mubarak und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy in Scharm al-Scheich ein Gipfeltreffen zur Lage im Gaza-Streifen eröffneten. An dem Treffen nimmt auch Bundeskanzlerin Angela Merkel teil.

Am Morgen hatten palästinensische Extremisten mehr als zehn Raketen auf Israel abgeschossen. Ministerpräsident Ehud Olmert sprach daraufhin von einer brüchigen Waffenruhe, die stündlich überprüft werde. Mindestens zweimal flog Israel am Sonntag Attacken im Gaza-Streifen. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei eine Mutter und ihr Kind verletzt.

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Olmert sagte nach der Entscheidung am Samstagabend: "Die Hamas wurde schwer getroffen, in ihren militärischen Strukturen und in ihren Regierungsinstitutionen. Ihre Führer verstecken sich, und viele ihrer Männer sind getötet wurden." Falls sich die Hamas an die Waffenruhe halte, werde Israel "zu einer Zeit, die uns passt" seine Truppen abziehen. Andernfalls werde Israel sein Recht auf Selbstverteidigung weiter ausüben.

Der designierte US-Präsident Barack Obama begrüßte den Waffenstillstand im Gaza-Streifen. Eine Sprecherin erklärte, Obama wolle Israelis und Palästinensern auf dem Weg zum Frieden helfen. Mehr dazu werde Obama nach seiner Amtseinführung am Dienstag sagen.

Bei einem der letzten israelischen Angriffe am Samstag wurde eine Schule der Vereinten Nationen im nördlichen Gaza-Streifen getroffen. Dabei kamen nach Uno-Angaben zwei Kinder ums Leben. Der Leiter der Vereinten Nationen im Gaza-Streifen, John Ging, sagte, es müsse geklärt werden, ob es sich bei diesem Angriff um ein Kriegsverbrechen handle. Die israelischen Streitkräfte haben eine Untersuchung eingeleitet. Bereits Anfang Januar waren bei zwei Angriffen auf Schulen der Vereinten Nationen mindestens 42 Menschen ums Leben gekommen.

Die Uno-Resolution zum Gaza-Krieg

(Klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren)

Waffenruhe

Humanitäre Hilfe

Friedensprozess

Versöhnung der Palästinenser

jul/AP/AFP/dpa

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