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Minutenprotokoll So lief die Amtseinführung Barack Obamas

6. Teil: Glückwünsche aus London und knappes Wechselgeld

[14:46 Uhr] Zum zwölften Mal Glückwünsche aus London

Für Queen Elizabeth II. ist Obama der zwölfte US-Präsident, den sie während ihrer Amtszeit erlebt. In einer persönlichen Botschaft wünschte die Königin dem 44. Präsidenten der USA alles Gute für sein Amt. Der Wortlaut ihrer Botschaft wurde nicht veröffentlicht. Obamas erster Besuch in Großbritannien wird im Rahmen des G-20-Wirtschaftsgipfels Anfang April erwartet. Ob er bei dieser Gelegenheit auch die Queen treffen wird, steht noch nicht fest.

dpa-AFX

[14:45 Uhr] Das Wechselgeld geht aus

Knapp bei Kasse: Manchen Geschäften geht angesichts. Der Menschenmassen und des langen Wochenendes das Wechselgeld aus. "Wir können nur Scheine unter fünf Dollar annehmen", steht auf einem Pappschild im Starbucks an der U Street, vor dem die Kaffeesuchenden schon im Morgengrauen bis draußen lange stehen. "Die Banken haben seit drei Tagen dicht."

Marc Pitzke

[14:40 Uhr] Hobby-Soldat in Bürgerkriegsuniform

Leon Vaughn, 65, hat sich zur Feier des Tages etwas Ganz besonderes angezogen: eine originale Bürgerkriegsuniform. Der Mann aus New Jersey will damit an die vergessenen mehr als 200.000 schwarzen Soldaten erinnern, die damals auf der Seite der Nordstaaten kämpften. "Auch wenn Obama ja nur halb schwarz ist", sagt der Pensionär, der selbst noch in Zeiten der Rassentrennung im einstigen Sklavenstaat Virginia aufgewachsen ist. "Dies ist ein unglaublicher Moment", sagt er der Hobby-Soldat und verdrückt dabei eine kleine Träne.

Marc Pitzke

[14:33 Uhr] Kaffeewächter Obama

Die Verkäuferin schaut skeptisch, als der Kunde partout keinen Deckel auf seinen dampfenden Kaffee wünscht. "Wirklich keinen Deckel?", fragt sie einmal, zweimal, dreimal. Dann dreht sie sich zu ihrer Kollegin und kichert: "Der glaubt wohl, dass Obama auch auf den Kaffee aufpasst."

Gregor Peter Schmitz

[14:30 Uhr] Menschentrauben vor dem Hot-Dog-Restaurant

Die U-Street im Washingtoner Stadtteil Logan Circle liegt im berühmtesten schwarzen Viertel der Stadt. Als vor 40 Jahren Martin Luther King ermordet wurde, brannten hier ganze Straßenzüge. Zu Zeiten der Rassentrennung waren hier die schwarzen Banken, Luxushotels und Jazzclubs. Heute ist es ein schickes integriertes Ausgehviertel. Mit müden Gesichtern machen sich die Leute hier auf den Weg zur Amtseinführung. Gestern Nacht war dies der Ort, um schon mal vorzufeiern für Obamas Amtseinführung. So viele Menschen waren auf der Straße, dass Autos nicht mehr durchkamen, die Polizei musste sich mühen, dass Chaos halbwegs im Griff zu behalten und sperrte zwischendurch die Straße einfach ab.

Vor "Ben's Chilli Bowl" einem alteingessenen Hot-Dog Restaurant, dass bei den Krawallen vor 40 Jahren verschont bliebt und das vor kurzem Obama schon besuchte, bildete sich eine riesige Menschentraube. Vor der Tür stand ein riesiger Eisklotz, daraus gemeißelt, die Buchstaben "OBAMA" in weiß-rot-blau eingefärbtem Eis. Vor dem historischen Musikclub "Bohemian Cavern" warteten Menschen in einem extra aufgestellten Zelt. Beim In-Restaurant "Marvin", auf dessen Hauswand ein riesiges stilisiertes Obama-Porträt gemalt ist, ging die Schlange halb um den Block. Wartezeiten für einen Platz an der Bar: Ungefähr zweieinhalb Stunden. Genug Zeit um sich noch einmal vor Obamas Konterfei fotografieren zu lassen.

Überall an der U-Street, an der Mall, in der Innenstadt verkaufen fliegende Händler Obama-Devotionalien. Nichts ist zu kitschig, nichts scheint übertrieben. Einer preist seine Comics mit Obama als Spiderman an: "30 Dollar, fast geschenkt! Was glaubst du, was diese Hefte nach Obamas Rede wert sind." Es gibt Fähnchen mit Obamas Gesicht. Straßenkünstler haben ihre selbstgemalten Obama-Porträts über die Kühlerhaube von Autos drapiert. Fast tellergroße Buttons der Obama-Familie mit einer Art Heiligenschein, der ihre die Aura von Maria, Joseph und zwei Christkindern verleiht, umrahmt ist das ganze von einem glitzernden Lichterkranz. Es gibt Obama-Pyjamas, Obama-Kalender, lebensgroße Papp-Obamas. Und natürlich T-Shirts kiloweise.

Cordula Meyer

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