Havanna - Der kubanische Revolutionsführer Fidel Castro hat sich pessimistisch über seine persönliche Zukunft geäußert. Einen Tag nach einer positiven Würdigung des neuen US-Präsidenten Barack Obama schrieb Castro am Donnerstag in einer weiteren Online-Kolumne auf der staatlichen Internet-Seite Cubadebate, er schätze sich glücklich, dass er in der Lage sei, über aktuelle Ereignisse nachzudenken. "Ich erwarte, dass ich dieses Privileg in vier Jahren nicht mehr genieße, wenn Obamas erste Amtszeit beendet ist", fügte der 82-Jährige in seinen "Reflektionen von Genosse Fidel" hinzu.
Am Mittwoch schrieb Castro zum Amtsantritt des amerikanischen Präsidenten, er "habe nicht den geringsten Zweifel an der Ehrlichkeit Obamas".
Die letzten "Reflektionen von Genosse Fidel" waren am 15. Dezember veröffentlicht worden. Danach und vor allem nach der Äußerung des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez, Fidel werde nicht mehr zurückkommen, war es zu Gerüchten über den möglicherweise bevorstehenden Tod des langjährigen kubanischen Präsidenten gekommen.
Castro hat sich seit einer akuten Darmoperation im Juli 2006 nicht mehr in der Öffentlichkeit gezeigt. Im Februar vergangenen Jahres gab er die Staatsführung an seinen jüngeren Bruder Raúl ab.
Die neue Erklärung Castros wirkt nun teilweise wie ein Abschied. Der Máximo Líder kündigte an, sich weiter zurücknehmen und keinen Einfluss mehr auf die Leitung Kubas nehmen zu wollen. "Ich habe meine Kommentare für dieses Jahr reduziert, um die Genossen der Partei und des Staates nicht bei den Entscheidungen angesichts der objektiven Schwierigkeiten zu stören, die aus der weltwirtschaftlichen Krise stammen", gab er zur Begründung an. "Niemand von ihnen soll sich durch meine eventuellen Kommentare, durch meine schwere Erkrankung oder meinen Tod verpflichtet fühlen."
phw/AFP/AP/dpa
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