Von Hans-Jürgen Schlamp, Brüssel
Brüssel - In den Kellern des Europäischen Parlaments in Brüssel und Straßburg stehen seit fast vier Jahren sechs Ganzkörperscanner. Einst als Wunderwaffe modernster Sicherheitstechnologie zum Stückpreis von gut 120.000 Euro erworben, sollen sie nun - ungebraucht, in Originalverpackung - in aller Stille verkauft werden.
Röntgenbilder eines Ganzkörperscanners: Käufer gesucht
Die Hightech-Scanner entdecken, wenn eine Person sie durchschreitet, alles, was diese möglicherweise unter der Kleidung verbirgt. Das Problem dabei: Sie enthüllen auch die Person, präsentieren sie, zumindest dem Wachmann am Scanner, nackt.
Als die EU-Kommission solche Peep-Show-Anlagen kürzlich für den Einsatz an Flughäfen freigeben wollte, erhob sich ein Sturm der Entrüstung. Besonders heftig protestierten Europaabgeordnete. Die Kommission zuckte zurück, das Parlament hatte ein Problem im Keller. "Es wäre absurd", sagte Markus Ferber, Vormann der deutschen Christsozialen in Brüssel, "wenn wir die an Flughäfen verbieten, bei uns aber einsetzen!"
Im Haushaltskontrollausschuss versprach nun der Generalsekretär des EU-Parlaments, Harald Römer, zu prüfen, ob die peinlichen Geräte verkauft werden können.
Ein Interessent ist freilich weit und breit nicht in Sicht.
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