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27.01.2009
 

US-Präsident

Obama will neue Partnerschaft mit Muslimen

Es war ein Interview mit besonderer Symbolkraft: US-Präsident Obama hat sich an die muslimische Welt gewandt und eine neue Partnerschaft "in gegenseitigem Respekt" in Aussicht gestellt. Seine Botschaft: "Die Amerikaner sind nicht eure Feinde."

Washington - Barack Obama setzt auf den Dialog mit der muslimischen Welt. In einem Interview mit dem arabischen Sender al-Arabija hat sich der US-Präsident an die Muslime gewandt.

US-Präsident Obama: "Partnerschaft auf der Basis von gegenseitigem Respekt"
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DPA

US-Präsident Obama: "Partnerschaft auf der Basis von gegenseitigem Respekt"

Seine Aufgabe sei es zu kommunizieren, dass die USA ein Interesse am Wohlergehen der muslimischen Welt hätten, sagte Obama. "Wir machen manchmal Fehler. Wir sind nicht perfekt gewesen." Aber wenn man auf die Vergangenheit zurückblicke, auf den gegenseitigen Respekt und die Partnerschaft, die Amerika noch vor 30 oder 40 Jahren mit der muslimischen Welt gehabt habe, "gibt es keinen Grund, warum wir das nicht wiederherstellen können".

Obama stellte eine "neue Partnerschaft in gegenseitigem Respekt" in Aussicht. Er wolle kommunizieren, "dass die Amerikaner nicht ihre Feinde sind", sagte Obama. Er selbst habe mehrere Jahre in Indonesien gelebt und sei viel durch muslimische Länder gereist. Diese Reisen hätten ihn davon überzeugt, dass unabhängig vom Glauben die Menschen gemeinsame Träume und Hoffnungen hätten, betonte Obama. Der neue Präsident hatte während des Wahlkampfes versprochen, die Beziehungen der USA zur muslimischen Welt zu verbessern.

Zugleich betonte Obama der "Washington Post" zufolge, "wenn Amerika bereit ist eine neue Partnerschaft (mit der muslimischen Welt) zu initiieren, auf der Basis von gegenseitigem Respekt und gegenseitigem Interesse, dann, glaube ich, können wir bedeutenden Fortschritt erzielen." Wie in seiner Antrittsrede sagte Obama weiter, dass er die Hand allen Muslimen reichen wolle, die bereit seien, ihre geballten Fäuste zu öffnen, aber Terroristen verfolgen werde, die Zerstörung suchten.

Zum Nahost-Konflikt sagte Obama, dass seine Regierung entschlossen auf einen dauerhaften Frieden sowohl von Israel mit den Palästinensern als auch von Israel mit dessen anderen Nachbarn hinarbeiten wolle. Er zeigte sich optimistisch, dass dieses Ziel erreicht werde, aber es werde Zeit brauchen und ein neues Denken hinsichtlich der Probleme des Nahen Ostens "als ein Ganzes" erfordern. Obama bekräftigte zugleich die amerikanische Unterstützung für Israel, nannte es einen "engen Freund" der USA und erklärte, er halte an der Überzeugung fest, dass Israels Sicherheit von höchster Wichtigkeit sei.

Das Interview wurde am Montagabend (Ortszeit) kurz nach der Entsendung von Obamas Nahost-Beauftragtem George Mitchell in die Nahost-Krisenregion aufgezeichnet und in Auszügen von US-Medien veröffentlicht. Mitchell wird unter anderem mit der israelischen und der palästinensischen Führung zusammentreffen.

Bereits am Montag hatte die neue amerikanische Uno-Botschafterin Susan Rice direkte Gespräche mit Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm angekündigt. In dem al-Arabija-Interview bekräftigte Obama dieses Angebot: "Wie ich bereits in meiner Antrittsrede gesagt habe, wenn Länder wie Iran bereit sind, auf die geballte Faust zu verzichten, wird sie unsere ausgestreckte Hand erwarten", sagte Obama. In den kommenden Monaten werde seine Regierung eine Strategie für den Umgang mit Iran ausarbeiten. Es sei wichtig, "alle Instrumente der US-Macht, einschließlich der Diplomatie" zu nutzen.

Nach massiven Kursänderungen im Anti-Terror-Kampf und Umweltbereich war dies ein weiterer Bruch des neuen US-Präsidenten mit der bisherigen Politik seines Vorgängers George W. Bush.

Am Montagabend hatte Obama zudem mit Bundeskanzlerin Angela Merkel telefoniert. Dabei ging es vor allem um die Bewältigung der Finanzkrise.

hen/dpa/AFP

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