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Washington und die Uno Ende der Eiszeit am East River

2. Teil: "Susan ist hart. Hart auf genau die richtige Art"

Rice nimmt die Dinge eben gerne selbst in die Hand. "Susan ist sicher hart", sagte ihr einstiger Ministerialkollege Strobe Talbott, der Präsident der Brookings Institution, der "New York Times". "Hart auf genau die richtige Art."

Schon im Wahlkampf wurde Rice für Obama persönlich aktiv. Etwa in den hektischen Tagen vor dessen großer Auslandreise im Sommer 2008: Da scheiterten erst zig Versuche, Rice zum SPIEGEL-Interview zu bewegen. Dann klingelte plötzlich das Telefon - am Apparat war Rice. "Sie scheinen schockiert", lachte sie. Und scherzte: "Ich rufe nur an, weil mich das Wahlkampfteam dazu gezwungen hat."

So ging es weiter, ganz im Stil des "happy warriors" - der leidenschaftlichen Kämpferin für ihren Kandidaten: "Weder Deutsche noch Amerikaner dürfen glauben, weiter halbherzige Maßnahmen in Afghanistan und Pakistan ergreifen zu können - ohne dafür den Preis zahlen zu müssen."

Harte Haltung zum Genozid

Solche klaren Worte werden nun auch an der Uno erwartet. Vor allem Afrika liegt Rice dabei am Herzen: Als sie 1994 in Ruanda war, sah sie die Folgen des dortigen Völkermords hautnah - Szenen, die sie nie vergessen hat. Daraus erwuchs ihre seither harte Haltung zum Genozid. "Ich habe mir selbst geschworen, dass ich, wenn ich jemals wieder mit einer solchen Krise konfrontiert würde, für dramatische Aktionen kämpfen und notfalls mit wehenden Fahnen dafür untergehen würde", sagte sie 2001 dem "Atlantic Monthly".

Eine Lösung für die Krise in Darfur dürfte also ganz oben auf Rices Wunschzettel stehen. Zumindest erhofft sich Jerry Fowler, der Präsident der Save Darfur Coalition, von Rices Entsendung an die Uno den Beginn einer "Friedenswelle" im Sudan.

Aber auch Rice kennt die Schwächen der Uno "aus erster Hand". Etwa die überkommene Struktur des Sicherheitsrats. Oder, so polterte der republikanische Senator Richard Lugar bei Rices Anhörung im Außenausschuss, "Skandale, Misswirtschaft und Bürokatie". Rice will die Uno-Reform - die dank ihrer langen Geschichte des Scheiterns längst zum Klischee verkommen ist - nun verstärkt wieder vorantreiben: "Es gibt kein Land, das mehr in der Lage ist, diese globale Institution zu führen, als die USA." Auch hat sie schon eine Checkliste: "Finanzielle Rechenschaft, Effizienz, Transparenz, ethische und interne Kontrolle."

All diese Spannungsbögen werden sich im September hier am East River bündeln. Dann treffen die Uno-Staatschefs zu ihrer nächsten Vollversammlung zusammen - und Obama wird seine Antrittsrede halten. Zugleich werden die USA die rotierende Führung des Sicherheitsrats übernehmen. Präsidentin dann: Susan Rice.

Mitarbeit: Gregor Peter Schmitz

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