Gaza - Nach dem erneutem Raketenbeschuss aus dem Gaza-Streifen hat die israelische Luftwaffe wieder Angriffe auf das Gebiet geflogen. Israelische Flugzeuge bombardierten eine leer stehende Polizeistation, wie Augenzeugen am Sonntag berichteten. Verletzt wurde demnach niemand. Auch vermutete Tunnelanlagen an der Grenze des Gaza-Streifens zu Ägypten seien bombardiert worden, hieß es weiter. Die israelischen Behörden sollen die Anwohner vor der Angriffserie über ihre Mobiltelefone gewarnt und sie aufgefordert haben, sich in Sicherheit zu bringen.
Ein Vertreter der israelischen Sicherheitskräfte bestätigte, dass die Luftwaffe "mehrere Angriffe" im Gaza-Streifen geflogen sei. Die Kampfjets bombardierten nach Militärangaben sechs Tunnel an der Grenze zu Ägypten sowie einen Posten der Hamas im Norden des Gazastreifens. Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte zuvor angekündigt, sein Land werde auf die Raketenangriffe radikaler Palästinenser "hart und unverhältnismäßig" reagieren.
Israels Verteidigungsminister Ehud Barak und Außenministerin Zipi Livni stritten derweil über die Strategie für einen Waffenstillstand im Gaza-Streifen. Barak bezeichnete es bei der wöchentlichen Kabinettssitzung in Jerusalem nach Angaben seines Ministeriums als realitätsfern zu glauben, dass eine Waffenruhe und ein Ende des Waffenschmuggels ohne Vermittlung Ägyptens möglich wäre. Livni lehnte hingegen jegliche Verhandlungen mit der Hamas ab. "Ich unterstütze Abkommen gegen und nicht mit der Hamas", hob sie nach Angaben ihres Ministeriums hervor. Israel und die USA betrachten die im Gaza-Streifen regierende Organisation als terroristische Gruppe.
Livni und Barak treten bei den Wahlen am 10. Februar in Israel gegeneinander an. Die Außenministerin ist Spitzenkandidatin der Kadima-Partei, Barak führt die Arbeiterpartei an. Die ägyptische Regierung versucht derzeit, in separaten Gesprächen mit Israel und der Hamas die Bedingungen für eine Waffenruhe auszuhandeln.
ore/AFP/dpa
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