Washington - Die US-Geheimdienste halten die globale Wirtschaftskrise gegenwärtig für die größte Gefährdung der Sicherheit ihres Landes. Sollte die Krise noch "ein bis zwei Jahre" anhalten, wäre in einigen Ländern die politische Ordnung gefährdet, heißt es in dem am Donnerstag vom neuen US-Geheimdienstkoordinator Dennis Blair vorgelegten Jahresbericht an den Kongress in Washington. Diese Gefahr der Instabilität bestehe vor allem in Ländern der früheren Sowjetunion, Afrikas und Lateinamerikas, die nicht ausreichend für die Bewältigung der Krise gerüstet seien.
US-Geheimdienstkoordinator Blair: Al-Qaida "weniger effektiv"
Blair besorgt über das iranische Atomprogramm
Besorgt zeigte sich Blair über das Atomprogramm des Iran. Es könne allerdings nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob der Iran tatsächlich den Bau von Nuklearwaffen anstrebe, heißt es in dem Bericht. "Wir gehen aber davon aus, dass sich der Iran zumindest die Option offenhalten will, dies zu tun."
Auch die Lage in Afghanistan habe sich verschlechtert, hieß es in dem Bericht weiter. Insbesondere sei dies im Osten, Süden und Nordwesten des Landes der Fall. Sie werde sich auch nicht verbessern, bis Pakistan die Kontrolle über die Grenze erlangt habe.
Die Gefahr eines Atomwaffeneinsatzes durch Nordkorea sieht der Geheimdienstkoordinator eher als gering an. Nordkorea würde wahrscheinlich nur dann auf sein Nukleararsenal zurückgreifen, "wenn sich das Regime am Rande einer militärischen Niederlage wähnt und einen unumkehrbaren Verlust an Kontrolle fürchtet", heißt es in dem Dokument. "Pjöngjang betrachtet seine Atomwaffen wahrscheinlich aber eher als Mittel zur Abschreckung, für internationales Prestige und als Druckmittel für die Diplomatie."
fsc/AFP/Reuters
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