Mit dem Streit um die Sitzordnung hat der medienbewusste Nicolas Sarkozy wochenlang Diplomaten in der Brüsseler Bündnis-Zentrale in Atem gehalten. Er werde dem Treffen in Straßburg, Baden-Baden und Kehl Anfang April fernbleiben, wenn er am Konferenztisch nicht unmittelbar neben Nato-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer sitzen dürfe, ließ Sarkozy in Brüssel ausrichten.
Bislang war üblich, dass sich die Staats- und Regierungschefs in der Reihenfolge des englischen Alphabets um den Tisch gruppieren.
Die Drohung des Franzosen, das Treffen zum 60. Gründungsjubiläum der Allianz platzen zu lassen, bewirkte einen diplomatischen Kompromiss: Solange TV-Kameras im Saal sind, darf Sarkozy rechts neben dem Generalsekretär sitzen, Kanzlerin Angela Merkel links. Sobald die Staats- und Regierungschefs der 26 Mitgliedsländer sich zu vertraulichen Beratungen zurückziehen, beginnt ein Stühlerücken.
Hinter verschlossenen Türen müssen Sarkozy und Merkel umziehen, und die Nato-Führer nehmen in gewohnter Abfolge Platz: De Hoop Scheffer wird dann auf einer Seite vom Sekretär des Nato-Rats, einem Diplomaten, flankiert, gefolgt vom Premier Belgiens. Zu seiner anderen Seite sitzt der Stellvertretende Generalsekretär, gefolgt von US-Präsident Barack Obama.
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